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28.07.2017

18:43 Uhr

Small Talk

Die Kunst des Neuanfangs

VonRüdiger Schmitz-Normann

Spicer, Securitas, Vogue: Manchmal ist es Zeit für eine Veränderung – aber bitte mit Neustart. Manche Nachrichten könnte man schöner nicht erfinden. Ihre Small-Talk-Munition fürs Wochenende!

Der Ex-Sprecher des US-Präsidenten verhandelt gerüchteweise mit der Tanzshow „Dancing with the Stars“. AP

Sean Spicer

Der Ex-Sprecher des US-Präsidenten verhandelt gerüchteweise mit der Tanzshow „Dancing with the Stars“.

Veränderungen sind das Salz in der Suppe des Lebens. Geschickt dosiert, erhöhen sie die Lebensqualität enorm. Natürlich nur dann, wenn sie mit einem als sinnvoll empfundenen Neustart verbunden sind. Die Sinnhaftigkeit liegt dabei ganz im Auge des Betrachters. Sean Spicer beispielsweise, Ex-Sprecher des US-Präsidenten, verhandelt gerüchteweise mit der Tanzshow „Dancing with the Stars“. Bisher ist er nicht gerade durch Leichtfüßigkeit und Taktgefühl aufgefallen – aber vielleicht dient es auch nur der Selbstfindung, gewissermaßen als Töpferkurs des gefallenen Helden.

Es passiert gar nicht so selten, dass ein Neustart auch in die Hose geht, im wahrsten Sinne des Wortes. In China verkauft das zum Megakonzern Alibaba gehörende Portal Toabao seit kurzem knapp 40 Euro teure Mini-Flammenwerfer, die als „Anti-Perversen-Waffe“ beworben werden. Damit sollen sich Frauen besonders aufdringliche Kerle vom Hals halten, für die der Einsatz von Pfefferspray nicht ausreicht, weil sie ihn noch als Teil des Liebesspiels betrachten. Das ist, nun ja, eindeutig übers Ziel hinausgeschossen.

Wichtig bei einem Neustart: Konsequenz und einen klaren Schlussstrich ziehen. Der knapp 60-jährige Alf Goransson hat das getan: Er wurde von einem schwedischen Gericht für bankrott erklärt. Allerdings nicht etwa, weil er ein Leben in Saus und Braus geführt hätte. Sondern weil jemand seine Kontodaten gestohlen, Kredite aufgenommen – und gleich noch einen Antrag auf Privatinsolvenz gestellt hat. Goransson ist übrigens nicht irgendwer. Er ist Chef des weltweit tätigen Sicherheitskonzerns Securitas AB.

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Einen Neustart versucht auch die ehemalige Modechefin der britischen „Vogue“ – und zwar, indem sie sich von den Sünden der Vergangenheit reinwäscht. In einem ausführlichen und außergewöhnlich offenen Interview mit der Zeitschrift „Vestoj“ gibt Lucinda Chambers, der nach 36 Jahren vom neuen Chefredakteur gekündigt wurde, tiefe Einblicke in die Mechanismen der Branche. Die Modeindustrie mache die Menschen kaputt und lasse sie verängstigt zurück. Auch „Vogue“ zeige schon lange nicht mehr die Lieblingsstücke der Stylisten – sondern nur noch irrelevante Produkte von Werbekunden, die sie am wenigsten schlimm fänden. Chambers bricht alle Brücken hinter sich ab. Das hat der spanische Eroberer Hernando Cortez auch getan, als er nach der Landung in Mexiko 1519 seine Schiffe verbrannte, damit nur noch der Weg nach vorne blieb. Wir wissen alle, was daraus geworden ist.

Ein sonniges Wochenende!

Dieser Artikel ist exklusiv in der Smartphone-App Handelsblatt 10 erschienen, die jeden Tag mit 10 Autorenstücken die wichtigsten Themen des Tages zusammenfasst. An jedem Freitag präsentieren wir Ihnen die Höhepunkte die Kolumne „Small Talk“. Was Handelsblatt 10 sonst noch alles zu bieten hat, erfahren Sie hier.

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