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07.12.2013

16:06 Uhr

Smog in China

„Es kratzt im Hals“

Chinas Luft riecht nach Rauch – und das nicht nur in Peking. Menschen greifen in weiten Teilen des Landes zu Atemmasken, viele von ihnen werden trotzdem krank. Die Behörden rufen die zweithöchste Alarmstufe aus.

Ein Polizist dirigiert den Verkehr in Harbins: Seit mehr als drei Tagen hängt der Smog über mehreren Provinzen Chinas. dpa

Ein Polizist dirigiert den Verkehr in Harbins: Seit mehr als drei Tagen hängt der Smog über mehreren Provinzen Chinas.

ShanghaiWegen des verheerenden Smogs in weiten Teilen Zentral- und Ostchinas haben die Behörden die zweithöchste Alarmstufe „Orange“ ausgerufen. Die Zahl der Menschen mit Atemwegserkrankungen in den Krankenhäusern in Shanghai stieg um 30 Prozent, wie staatliche Medien berichteten. Der Verkauf von Atemschutzmasken und Luftfiltern schnellt in die Höhe. „Es stinkt verraucht. Die Luft kratzt richtig im Hals“, sagte eine Frau in der Hafenmetropole. „So einen Smog haben wir hier noch nie erlebt.“

Seit sechs Tagen hängt die verpestete Luft laut Xinhua schon über den Provinzen Jiangsu, Zhejiang, Anhui und Henan. Andere Teile des Landes leiden seit mindestens drei Tagen unter Smog. „Es ist wie im Katastrophenfilm“, schrieb ein empörter Internetnutzer.

Nanjing rief den höchsten Smog-Alarm der Stufe „Rot“ aus. In der Metropole stieg die Belastung mit den besonders gefährlichen Feinstaubpartikeln, die kleiner als 2,5 Mikrometer sind, auf 602 Mikrogramm - das 24-fache der von der Weltgesundheitsorganisation als unbedenklich betrachteten Konzentration von 25 Mikrogramm.

In der Hauptstadt Peking kletterte der Index am Abend (Ortszeit) auf den „gefährlichen“ Wert von 459. In der Millionenstadt Shanghai, die am Vortag unerträgliche Spitzenwerte erreicht hatte, lag die Luftbelastung am Samstag zwischenzeitlich bei 484 Mikrogramm, fiel aber bis zum Abend wieder auf 186. „Früher war es nicht so schlimm“, sagte ein Deutscher, der mit Frau und zwei Kindern im Grundschulalter in Shanghai wohnt. „Wir sind jetzt vier Jahre hier, aber nächstes Jahr ist Schluss“, sagte er. „Das reicht jetzt. Wir wissen doch nicht, was wir den Kindern hier antun.“

Manager großer deutscher Unternehmen beklagen schon seit dem schlimmen Smog im vergangenen Winter in Peking und vielen Regionen China, dass sie Probleme haben, Deutsche zur Arbeit in China zu bewegen. „Der Smog geht zum großen Teil auf unser gegenwärtiges Entwicklungsmodell zurück“, sagte Vizeminister Xie Zhenhua von der obersten Wirtschaftslenkungsbehörde, der Entwicklungs- und Reformkommission NDRC laut Xinhua. Fabriken dächten nur an das Wachstum ihrer Produktion und ignorierten den Umweltschutz.

In Shanghai werden die Schadstoffe vor allem von den benachbarten Industrieregionen in die Küstenmetropole geblasen. Der Verkauf von 3000 bis 4000 Yuan (umgerechnet 350 bis 470 Euro) teuren Luftreinigern schnellte in die Höhe, wie Staatsmedien berichteten.

Von

dpa

Kommentare (1)

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kzie

09.12.2013, 17:02 Uhr

utsourcing und Wachstum sind was schönes zur Maximierung des GewinnsHier gibts dafür jährlich dutzende Brände, infolge magelner Qualität diverser Produkte. Plagiate erscheinen am Markt. Selbst Sielzeug ist zum Teil belastet und gefährlich. Menschen erkranken hier und da. Chinesen kaufen aus eigenem Misstrauen, nur ungern Landeseeigene Produkteund sind sich deren gefahren bewusst.
Und ihr, ach so verantwortungsvollen Politiker der deutschen Wertegemeinshaft. Habt gute Arbeit geleistet. Den Markt weiter mit Dreck überfluten zu lassen. der nach kurzer Haltwertzeit in der Müllverbrennung landet. Nachhaltigkeit im Leben wurde für Wachstum abgeschworen. Produktionen brauchen wir hir nicht. Dienstleister die ne Fahne kleben können reichen. Mindestlohn reicht da auch hier. Der Handlungsspeilraum vieler Menschen bleibt der gleiche, das Misstrauen gegenüber Eropas mit zweierlei Maß messenden Regierungen wird weiter befeuert. Umweltverschmutzung zu exportieren ist Menschenverachtend.

Saubere Luft über SMOG(Krebs)Wachstum, auf einer begrentzten Welt und den Chinesen eine Ordentliche Briese..
Darum weiter so. Produktionen, ab nach China. Die Umweltverschmutzung und Arbeitsplätze gleich mit. Weit weg von der deutschen Bürokratie. Wo Menschen nur Audi, nicht aber deutsche Normen kennen. Menschen die mit ätzenden Cemikalien ohne Schutzbekleidungen arbeiten. natürlich auch nicht Krankenversichert werden und halb so viel Urlaub reicht für diese Menschen so wie so. Dazu noch der Mindestlohn. Schon wächst der Gewinn. Ist ebend einfach nur gut für uns Menschen - wachstum wachstum wachstum.

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