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06.07.2015

16:39 Uhr

Sonne, Hitze und Gewitter

Sahara-Sommer wird zum Wetter-Wechselspiel

„Das Wechselspiel geht weiter“: Der Hitzerekord geht weiter und selbst die Tropennächte bleiben ohne Abkühlung. Der Sommer hat gezeigt, was er kann und alle Rekorde gebrochen. Geht das jetzt so weiter?

Blitze zucken über dem Hafen von Rostock: Die Hitzewelle bringt Gewitter mit sich. dpa

Wärmegewitter über Norddeutschland

Blitze zucken über dem Hafen von Rostock: Die Hitzewelle bringt Gewitter mit sich.

OffenbachKleiner Trost für Hitzegeplagte: Auch wenn es an diesem Dienstag vor allem im Südwesten Deutschlands noch einmal richtig heiß wird, ist ab Mittwoch Abkühlung in Sicht. Sorgen, dass der neue Hitzerekord vom Sonntag mit 40,3 Grad im bayerischen Kitzingen zwangsläufig Auftakt zu einem Sahara-Sommer ist, brauchen sich die Menschen in Deutschland vorerst nicht zu machen.

„Das heiße Wochenende lässt keine Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf des Sommers zu“, erklärt der Meteorologe Helge Tuschy vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Es muss also nicht so heiß weitergehen wie bisher, kann es aber. „Wenn man an die Siebenschläfer-Regel denkt, kann es passieren, dass wir immer wieder heiße Einschübe bekommen“, sagt der Wetterexperte.

Dass der Siebenschläfertag (27. Juni) das Wetter der folgenden sieben Wochen bestimmt, wie in Bauernregeln überliefert, ist aus Sicht der modernen Meteorologie kaum zu halten. Für die Wetterregel betrachten die Meteorologen nicht einen einzelnen Tag, sondern den Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli. In diesen Tagen stabilisiert sich oft die Großwetterlage und bleibt für einige Wochen bestehen. Und an den betreffenden Tage war es - alle haben es bemerkt - oft heiß.

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Die Rekordhitze vom Wochenende hängt nach Tuschys Worten damit zusammen, dass außergewöhnlich viel heiße Luft aus Nordafrika auf der Vorderseite eines Tiefdruckgebiets nach Deutschland gepumpt wurde. Hitzeperioden „gehören zu einem mitteleuropäischen Sommer dazu“, sagt er. Verlässliche längerfristige Prognosen über den weiteren Sommerverlauf sind laut DWD unmöglich. Nach der Abkühlung ab der Wochenmitte werde es auch wieder wärmere Phasen geben. „Das Wechselspiel geht erst einmal weiter“, sagt der Wetterexperte.

Der neue Hitzerekord von 40,3 Grad ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) die höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Zuvor hatte der Temperaturrekord laut DWD in Deutschland bei 40,2 Grad gelegen - gemessen zweimal 2003 in Karlsruhe (und zwar erst im August) sowie 1983 im oberpfälzischen Gärmersdorf (erst Ende Juli).

Nach der kleinen Abkühlung vom Montag zeigt der Sommer an diesem Dienstag noch einmal, was er kann. Während es an den Küsten mit Temperaturen von 27 Grad recht angenehm wird, kommen vor allem die Menschen im Südwesten noch einmal richtig ins Schwitzen. Bis zu 37 Grad soll es am Oberrhein heiß werden.

In der Nacht zum Mittwoch ziehen von Westen teils schwere Gewitter mit Hagel, Starkregen und orkanartigen Sturmböen über Deutschland hinweg. Der Wetterumschwung sorgt dafür, dass viele hitzegeplante Menschen dann wieder einmal durchatmen können.

Die Höchsttemperaturen reichen am Mittwoch von nur noch 19 Grad an der Nordsee und in höheren Mittelgebirgslagen bis zu 27 Grad im Süden. Auch am Donnerstag bleibt es mit Tageshöchsttemperaturen von 16 Grad im Norden bis zu 25 Grad im Süden vergleichsweise frisch. An beiden Tagen ist mit Schauern und Gewittern zu rechnen.

Von

dpa

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