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08.03.2012

14:25 Uhr

Spitzenväter 2012

Schröder sucht den Superdaddy

Pünktlich zum Weltfrauentag kümmert sich das Bundesfamilienministerium um eine vernachlässigte Gesellschaftsgruppe: Männer. Zwei Exemplare dieser Spezies wurden heute mit dem Titel „Spitzenvater“ ausgezeichnet.

Vater und neugeborener Sohn. dpa

Vater und neugeborener Sohn.

Karlsruhe, Tessin, BerlinMarc Steinmetz aus Bad Bergzabern in Rheinland-Pfalz ist unverheiratet, berufstätig und alleinerziehender Vater einer Dreijährigen. Arne Gericke aus Tessin bei Rostock hat sieben Kinder, eine Ehefrau und einen Job als Trauerredner. Eines sind sie beide: „Spitzenväter“. Seit 2006 wird dieser mit 5000 Euro dotierte Titel der Mestermacher-Stiftung vom Bundesfamilienministerium an Männer vergeben, die ein „partnerschaftliches Ehe- und Familienmodell“ vorleben.

Am liebsten würde sich Steinmetz ausschließlich um Zora-Fee kümmern. Die dreijährige Tochter ist sein Ein und Alles. Aber er muss Geld verdienen. „Das ist nicht immer ganz einfach, beides unter einen Hut zu bekommen“, erzählt er. „Aber meine Priorität ist klar: In erster Linie will ich meiner Tochter gerecht werden.“ 

Steinmetz ist seines Wissens der erste Alleinerziehende in der Riege der Spitzenväter. Bislang wurde die Auszeichnung immer an Männer verliehen, die die Karriere ihrer Frauen unterstützen und sich verstärkt um Kinder und Küche kümmern. „Dass ich jetzt ausgesucht wurde, werte ich auch als Anerkennung für alle alleinerziehende Väter. Wir sind nicht mehr zu übersehen.“ Das Sorgerecht hat er sich vor Gericht erkämpft. „Für mich war von Anfang an klar, dass ich kein 14-Tage-Vater werden wollte“, sagt Steinmetz.

Vorgeschlagen hat ihn die Mitinhaberin seines Karlsruher Modegeschäfts, Stephanie Kelter. Sie ist ebenfalls alleinerziehend und hat zwei Kinder. „Es ist toll, wie er alles unter einen Hut bekommt und wie fürsorglich er ist“, erzählt sie. Er gibt das Lob sofort zurück und meint: „Für Frauen gibt es so einen Preis leider nicht.“ Kinder binden Zeit, weiß Steinmetz. „Das ist eine Vollbeschäftigung.“

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