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17.03.2014

12:50 Uhr

Staatsanwälte verzichten auf Revision

Hoeneß geht definitiv ins Gefängnis

Die Staatsanwaltschaft in München wird keine Revision gegen das Urteil gegen Ex-FC-Bayern-Boss Uli Hoeneß einlegen. Damit sind die dreieinhalb Jahre Haft für Hoeneß rechtskräftig. Er könnte sie bald antreten.

Uli Hoeneß: Muss ins Gefängnis. dpa

Uli Hoeneß: Muss ins Gefängnis.

MünchenDie Münchner Staatsanwaltschaft legt keine Rechtsmittel gegen das Urteil gegen Uli Hoeneß ein. Damit wird die Entscheidung des Landgerichts München demnächst rechtskräftig und es steht endgültig fest, dass der langjährige Präsident des FC Bayern München ins Gefängnis muss.

„Die Staatsanwaltschaft München II wird im Strafverfahren gegen Ulrich Hoeneß wegen Steuerhinterziehung keine Revision gegen das Urteil des Landgerichts München II vom 13.03.2014 einlegen“, hieß es in einer Mitteilung vom Montag.

„Das Gericht ist zwar hinter unserem Antrag zurückgeblieben, hat aber vertretbare Erwägungen angestellt. Die Rechtslage ist so, dass eine Revision nur dann vorgesehen ist, wenn das Urteil in einem offensichtlichen Missverhältnis zur Schuld steht. Das ist aber nicht der Fall. Die Begründung des Urteils ist in sich plausibel", sagte Florian Gliwitzky, stellvertretender Pressesprecher der Staatsanwaltschaft München II, auf Anfrage des Sportinformationsdienstes zu den Beweggründen der Behörde, auf eine Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) zu verzichten.

Keine Revision

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Das Gericht hatte den inzwischen zurückgetretenen Bayern-Boss am vergangenen Donnerstag wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte fünfeinhalb Jahre Haft für den 62-Jährigen gefordert.

„Das riecht alles nach Deal“

Linkspartei-Chef Bernd Riexinger hält den Fall aber für noch nicht abgeschlossen. „Vor allem die Mitglieder des FC Bayern wären gut beraten, Transparenz einzufordern“, sagte Riexinger Handelsblatt Online. „Ich würde es begrüßen, wenn der FC Bayern eine unabhängige Kommission von Wirtschaftsprüfern einsetzt, die offenlegt, ob und welche Verquickungen es zwischen dem Fall Hoeneß und dem FC Bayern gibt.“

Scharfe Kritik äußerte Riexinger an der Entscheidung der Staatsanwaltschaft, keine Revision einzulegen. „Das riecht alles nach Deal“, sagte er. Es gehe ihm nicht um eine höhere Haftstrafe, sondern um mehr Transparenz, betonte Riexinger und fügte hinzu: „Aber jetzt bleiben viele Fragen womöglich für immer ungeklärt.“

Hoeneß hatte bereits am vergangenen Freitag erklärt, dass er die Haftstrafe akzeptiere, gegen das Urteil keine Revision einlegen werde und gleichzeitig seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratschef der Münchner niederlege. Auf einen Besuch in der Arena am Samstagabend beim Spiel der Bayern gegen Leverkusen (2:1) hatte der 62-Jährige verzichtet.

Da nun auch die Staatsanwaltschaft auf eine Revision verzichtet, wird Hoeneß in ein paar Wochen zum Haftantritt geladen. Zuvor muss aber noch die schriftliche Urteilsbegründung des Gerichts vorliegen.

Im anderen Fall hätte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe den Fall unter die Lupe nehmen und eine Entscheidung über die Revision treffen müssen. Unter Umständen wäre das Verfahren dann vor einer anderen Kammer des Landgerichts wieder aufgerollt worden. Das Verfahren hätte sich dann noch lange hinziehen können.

Hoeneß wird nun demnächst eine Ladung der Staatsanwaltschaft mit dem genauen Datum seines Strafantritts in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech zugehen. Dies kann noch etwa vier bis sechs Wochen dauern. Dies hinge davon ab, so Gliwitzky, „wann uns das Gericht das Urteil mit dem Rechtskraftsvermerk zustellt". Die Staatsanwaltschaft würde anschließend die Ladung an Hoeneß innerhalb von zwei Wochen erstellen.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

17.03.2014, 11:12 Uhr

Zitat : Uli Hoeneß muss ins Gefängnis – Staatsanwaltschaft verzichtet auf Revision

- eigentlich unverständlich !

Die Staatsanwaltschaft hat doch erst im Laufe des Verfahrens erfahren, dass es 50.000 Transaktionen gegeben hat , die nicht analysiert sind !

Und das anfangs geforderte Strafmaß der Staatsanwaltschaft hat sich doch auf die 3,5 Mio. € bezogen und nicht auf die 28,5 Mio. €...?

Wo bleibt denn das Interesse , die Quellen des Spielgeldes zu erfahren und die Vermutung über weitere Konten von Hoeness im Ausland ?

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Account gelöscht!

17.03.2014, 11:37 Uhr

Ich stimme Ihnen zu und werfe die Frage auf, wie mit dem ganzen verfahren umzugehen ist. Man muss davon ausgehen, dass es hier um nichts anderes geht als um Rechtsbeugung.

Wir haben gehört, dass ein Richter "Im Namen des Volkes" (?) gesprochen hat. Beklagter und Kläger haben das Urteil akzeptiert.

Fachleute bezweifeln, dass der Richter den Fall aufgeklärt hat, bzw. überhaupt aufklären konnte.

Sie haben die kurze Informationsfrist für die besagten 50.000 Geschäfte angeführt. Jeder, der mit solcher Materie einmal zu tun hatte, weiss, dass eine derart hohe Zahl von Transaktionen in solcher kurzen Zeit nicht abschließend bearbeitbar ist.

Mit bloßem Menschenverstand ergeben sich daraus berechtigte Zweifel und der Schluss, dass hier falsche Angaben vor dem Gericht gemacht wurden. Ich denke da besonders an die Aussage der Steuerfahnderin, an deren Aussage sich ja der Richter angehängt hat.

Wie ist juristisch mit einem solchen Fall umzugehen? Da gibt es doch gewiss in diesem Forum Spezialisten, die dazu Auskunft geben können.

Herr Seehofer hat bereits erklärt: "Unabhängigkeit der Justiz"

Geht die Unabhängigkeit der Justiz wirklich soweit, dass Willkür eingeschlossen ist? Man könnte ja darüber streiten, wäre der Fall Mollath nicht zuvor bekannt geworden.

Account gelöscht!

17.03.2014, 11:55 Uhr

Das ist ganz klar ein Promibonus. Jeden anderen hätte es zerlegt, mindestens 5 Jahre.
Und der Verbrecher Hoeneß hätte sich auch jeden Tag der 5 Jahre redlich verdient.
So kommt er wohl nach wenigen Wochen in den offenen Vollzug .... und spekuliert weiter auf den Cayman Island oder Bahamas oder oder.....

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