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06.11.2013

18:23 Uhr

Staatsanwaltschaft Oldenburg

Neuer Gammelfleisch-Verdacht in Deutschland

Ein Betrieb in Bad Bentheim soll Gammelfleisch mit gutem Fleisch gemischt und verkauft haben. Auch Veterinärzeugnisse wurden offenbar gefälscht. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

In der Fleischindustrie gibt es mutmaßlich einen neuen Gammel-Skandal. dpa

In der Fleischindustrie gibt es mutmaßlich einen neuen Gammel-Skandal.

Oldenburg/Bad BentheimIn Niedersachsen bahnt sich ein neuer Gammelfleisch-Skandal an. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg habe Ermittlungen gegen einen fleischverarbeitenden Betrieb im Kreis Grafschaft Bentheim eingeleitet, erklärte der Sprecher des niedersächsischen Verbraucherschutzministeriums, Klaus Jongebloed, am Mittwoch in Hannover. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit habe im Juni Proben in dem Betrieb genommen und die Untersuchungsergebnisse an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Der NDR berichtete, es seien möglicherweise tausende Tonnen Gammelfleisch verkauft worden.

Nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministeriums wird wegen des Verdachts von Kennzeichnungsverstößen und Urkundsdelikten ermittelt. Der Betrieb sei im Oktober durchsucht worden. Von der Staatsanwaltschaft Oldenburg war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Jongebloed erklärte, den Behörden lägen keine Hinweise vor, dass verdorbenes Fleisch in den Verkehr gekommen sei.

Nach dem NDR-Bericht sollen Tausende Tonnen verdorbenes Fleisch billig aufgekauft und anschließend mit frischem Fleisch gemischt und umetikettiert worden sein. Der NDR stützt sich auf Recherchen des ARD-Magazins Plusminus. Demnach haben zwei entlassene Mitarbeiter über solche Praktiken berichtet. Das Unternehmen bestreite die Vorwürfe.

Die beiden Ex-Angestellten des Betriebs hätten angegeben, entlassen worden zu sein, weil sie auf die Missstände aufmerksam gemacht hätten, berichtete der NDR. "Es wird auch Fleisch geliefert, dass schon grün ist", habe ein Mitarbeiter den Plusminus-Reportern gesagt. Sie seien angewiesen worden, das Fleisch trotzdem zu verarbeiten. Nach dem Bericht haben die beiden Männer angegeben, dass jede Woche bis zu 100.000 Kilogramm Gammelfleisch verarbeitet wurden. Ein Handyvideo soll zudem zeigen, wie Arbeiter Ware umetikettieren. Alte Aufkleber würden mit einem Föhn entfernt, anschließend neue Etiketten mit anderen Haltbarkeitsdaten angebracht, berichtete der NDR.

„Wenn sich der Verdacht auf gewerbsmäßigen Betrug und falsche Kennzeichnung bestätigt, dann wäre es ein weiterer Skandal in der Billigfleisch-Industrie zu Lasten der Verbraucher“, erklärte der niedersächsische Verbraucherschutzminister Christian Meyer. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen teilte mit, sollte sich der Verdacht bestätigen, sei das ein Beleg dafür, dass die amtliche Lebensmittelkontrolle nicht funktioniere. Die Organisation bekräftigte, die Lebensmittelüberwachung müsse reorganisiert werden.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

06.11.2013, 12:08 Uhr

"Zwei ehemalige Mitarbeiter hätten heimlich mit ihren Handys Videos aufgenommen. Als sie ihrem Arbeitgeber illegale Machenschaften vorgeworfen hätten, seien sie gekündigt und bedroht worden."

Keine Bange, mit Werkverträgen wird sich das alles ändern und den Lebensmittelexport zu neuen blühenden Landschaften aufsteigen lassen.

Gustl

06.11.2013, 12:12 Uhr

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, der Betrieb sei im Juni und Oktober insgesamt zweimal durchsucht wurde. „Es wurden Proben genommen und sichergestellt“, sagte er. Ob diese bereits analysiert worden sind, konnte er nicht sagen.
So sieht effektive Strafverfolgung durch unsere Staatsanwaltschaften aus. Da hätte man ja gleich den Verfassungsschutz einschalten können. Die sind auch sehr effektiv! Da will wohl jemand keine Ergebnisse, oder?

Account gelöscht!

06.11.2013, 12:13 Uhr

In Deutschland der ganz normale Wahnsinn. Bereicherung um jeden Preis, es wird ja nur die Gesundheit ganz normaler Bürger ruiniert. Das kratzt den Ar.ch der Politik und der Beamten doch nicht. Solches Handeln kann nur unter Mitwisserschaft der überwachenden Behörden möglich sein.

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