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22.01.2008

10:29 Uhr

Staatsbegräbnis in Auckland

Neuseeland nimmt Abschied von Edmund Hillary

Mit einem Staatsbegräbnis hat sich Neuseeland von Edmund Hillary verabschiedet. Der Erstbesteiger des Mount Everest sei der „berühmteste Neuseeländer aller Zeiten“, so die neuseeländische Ministerpräsidentin Helen Clark. Tausende verfolgten die Zeremonie auf im ganzen Land eingerichteten Public-Viewing-Plätzen.

Blumen und tibetische Gebetsschals schmückten den Sarg von Edmund Hillary in der St. Mary's Church in Auckland Foto: dpa

Blumen und tibetische Gebetsschals schmückten den Sarg von Edmund Hillary in der St. Mary's Church in Auckland Foto: dpa

HB AUCKLAND. Bewegender Abschied von einem der größten Abenteurer des 20. Jahrhunderts: Nepalesische Sherpas legten beim Staatsbegräbnis für Sir Edmund Hillary in Auckland am Dienstag tibetische Gebetsschals auf dem Sarg des 88-jährig verstorbenen Erstbesteiger des Mount Everest nieder. Ihr Volk trauere um ihn wie um einen Vater.

Die neuseeländische Ministerpräsidentin Helen Clark würdigte Hillary als einen Giganten: „Er war unser unser Held, er brachte unserem Land Ruhm. Vor allem aber war er unser geliebter Sir Ed, für das, was er repräsentierte: Eine Entschlossenheit, alle Widerstände zu überwinden.“ Hillary sei der „berühmteste Neuseeländer aller Zeiten“, dessen Bescheidenheit, Tatkraft und Gemeinschaftssinn Inspiration für Generationen von Neuseeländern sei.

An dem Trauergottesdienst in der anglikanischen Kirche St. Mary's nahmen rund 500 Würdenträger aus dem In- und Ausland teil, Tausende verfolgten die Zeremonie auf im ganzen Land eingerichteten Public-Viewing-Plätzen.

Hillary erlag am 11. Januar im Alter von 88 Jahren einem Herzinfarkt. Seit der Erstbesteigung des höchsten Bergs der Erde am 29. Mai 1953 mit dem Sherpa-Führer Tenzing Norgay hatte er sich in zahlreichen Projekten für die Verbesserung der Lage von dessen Volk in Nepal eingesetzt. Der Sohn von Hillarys Sherpa-Gefährten, Norbu Tenzing Norgay, sagte, die Sherpas trauerten um den Abenteurer wie im einen Vater und beteten für seine Seele und Wiedergeburt. Die Sherpas verehrten Hillary, weil er ihre Augen für „eine Welt voller Möglichkeiten“ geöffnet habe.

Der Leiter der von Hillary gegründeten Himalaya-Stiftung, Ang Rita Sherpa, sagte, der Verstorbene sei „Idol und Inspiration für alle“ gewesen. Seinem Engagement sei es zu verdanken, dass es in der Sherpa-Region 6 500 Schüler in 63 Schulen, zwei Krankenhäuser, ein Dutzend Ambulanzen, eine Million neugepflanzter Bäume, eine sichere Wasserversorgung, Brücken und Bahnverbindungen gebe.

Hillarys Sohn Peter, der den Everest zweimal bestieg, sagte, sein Vater sei ein „wahrer Volksheld“ gewesen. Den Sherpas zu helfen, sei sein große Berufung gewesen.

Nach dem Gottesdienst wurde Hillary in einer privaten Zeremonie eingeäschert. Er hatte darum gebeten, dass seine Asche in Aucklands Waitemata Harbor verstreut wird und später vielleicht an Land gespült wird, „um meinen Lebenszyklus zu vollenden“.

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