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30.10.2014

11:42 Uhr

Sterbehilfe und Brittany Maynard

Vor dem Tod zum Grand Canyon

Am 1. November könnte sich die sterbenskranke US-Bürgerin das Leben nehmen: Brittany Maynard hat einen Gehirntumor und plant öffentlich ihren Suizid. Vorher erfüllte sie sich ihre letzten Wünsche. Was sie bewegt.

Letzter Wunsch: Die sterbenskranke Brittany Maynard mit ihrem Ehemann am Grand Canyon. ap

Letzter Wunsch: Die sterbenskranke Brittany Maynard mit ihrem Ehemann am Grand Canyon.

WashingtonVor ihrem Tod wollte Brittany Maynard auf jeden Fall noch den Grand Canyon sehen. Vergangene Woche stand die 29-Jährige dann in knallgelbem Hemd vor der Schlucht mit ihren schroffen, orangeroten Felswänden.

Ein Foto auf ihrer Website zeigt, wie sie ihren Ehemann Dan vor der erhabenen Kulisse küsst. Voraussichtlich am Samstag will die todkranke Frau ihrem Leben ein Ende setzen. Ihre öffentlichen Suizidpläne haben in den USA eine Debatte über Sterbehilfe ausgelöst.

„Ich habe diese Kampagne nicht gestartet, weil ich Aufmerksamkeit wollte“, schreibt Maynard auf ihrer Internetseite. „Ich habe das getan, weil ich eine Welt sehen möchte, in der jeder Zugang zu einem würdevollen Tod hat.“ Unterstützt wird die junge Frau von der Organisation „Compassion and Choices“, die sich seit vielen Jahren für das Recht auf Sterbehilfe in den Vereinigten Staaten einsetzt.

Hinrichtungen weltweit 2013

China

Mehr als 1000 (unbestätigte Anzahl)

Quelle: Amnesty International

Iran

369 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Irak

169 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Saudi-Arabien

79 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

USA

39

Somalia

34 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Sudan

21 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Jemen

13 (Amnesty geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hingerichteten höher ist)

Brittany Maynard plante die Gründung einer Familie, als sie im vergangenen Jahr plötzlich schwere Kopfschmerzen bekam. Nach einem Neujahrsausflug mit ihrem Mann erhielt sie die niederschmetternde Diagnose: Krebs, Gehirntumor.

Zunächst gingen die Ärzte von einer Lebenserwartung von bis zu zehn Jahren aus. Doch im Frühjahr änderte sich die Prognose dramatisch: Der Tumor sei sehr aggressiv, bereits in einem halben Jahr könne sie tot sein.

Die Ärzte bereiteten Maynard auf qualvolle letzte Monate vor. Also entschloss die 29-Jährige, selbst über ihr Ende zu bestimmen. „Ich glaube, meine Familie hat etwas gebraucht um zu verstehen, dass dies sinnvoll ist“, sagte sie dem Fernsehsender CBS. „Niemand will hören, dass seine Tochter bald stirbt.“ Doch ihr Umfeld akzeptierte schließlich den Wunsch.

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