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07.11.2013

20:36 Uhr

Steuerhinterziehung in Italien

Multimillionär will nur vier Euro verdient haben

Es ist ein besonders dreister Fall für die italienischen Steuerfahnder: Der Geschäftsmann Giovanni Montresor ist Multimillionär – doch versteuern will er nur vier Euro. Fahnder haben nun seine Besitztümer beschlagnahmt.

Häuser in der Region um Verona: Die Steuerpolizei musste einen Hubschrauber einsetzen, um sich einen Überblick über die Besitztümer Montresors zu verschaffen. Reuters

Häuser in der Region um Verona: Die Steuerpolizei musste einen Hubschrauber einsetzen, um sich einen Überblick über die Besitztümer Montresors zu verschaffen.

RomItalienische Fahnder haben offenbar einen ungewöhnlich dreisten Fall von Steuerhinterziehung aufgedeckt: Die Polizei beschlagnahmte am Donnerstag Besitztümer des Geschäftsmanns Giovanni Montresor im Wert von 300 Millionen Euro, darunter 18 Immobilien und 235 Hektar Land.

Der schwerreiche 70-Jährige hatte sein Jahreseinkommen in der Steuererklärung für das Jahr 2011 aber mit nur vier Euro angegeben. Seine Frau verdiente nach eigenen Angaben drei Euro – immerhin drei mal so viel wie im Jahr zuvor.

Der Lebensstil des Ehepaars stehe hierzu in „deutlichem Widerspruch", sagte Steuerfahnder Francesco Di Giacomo. Die beiden leben mit ihrer Großfamilie in einem weitläufigen und abgeriegelten Wohnkomplex nahe Verona. Montresor besitzt Hotels, Ferienhäuser und Ackerland in der Region. Die Steuerpolizei musste einen Hubschrauber einsetzen, um sich einen Überblick über seine Besitztümer zu verschaffen.

Montresor war bereits in den 90-er Jahren wegen Bestechung von Lokalpolitikern ins Visier der Justiz geraten. 2011 wurde gegen ihn im Zusammenhang mit dem Kauf von Bauland nahe Venedig ermittelt. Steuerbetrug ist in Italien nach wie vor ein großes Problem, auch wenn durch ein verschärftes Vorgehen der Behörden in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge in die Staatskasse gespült wurden.

Von

afp

Kommentare (1)

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doc_johnny

08.11.2013, 10:57 Uhr

Natürlich riecht es ganz stark nach Steuerbetrug, es wäre aber auch möglich, dass der Veranlagte z.B. durch einen grösseren Verlust am Aktienmarkt, insgesamt kein Einkommen ausweist, obwohl er über erhebliche Miet- und Pachteinnahmen verfügen sollte.

Kurios an der Sache ist die Vorverurteilung mit Vor- und Nachnamen. Schwerverbrecher mit Gewaltdelikten werden da oft schonender behandelt (vor allem ohne Namen).

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