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13.03.2014

14:54 Uhr

Steuerhinterziehung

Richter verurteilen Hoeneß zu dreieinhalb Jahren Haft

Das Landgericht München hat Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung schuldig gesprochen. Die Haftstrafe von dreieinhalb Jahren kann nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Für den FC Bayern hat das Urteil massive Folgen.

Dreieinhalb Jahre Haft

Hoeneß-Anwälte: „Die Verteidigung wird das Urteil anfechten“

Dreieinhalb Jahre Haft: Hoeneß-Anwälte: „Die Verteidigung wird das Urteil anfechten“

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MünchenUli Hoeneß muss mit einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten für seine millionenschwere Steuerhinterziehung büßen. Das Landgericht München sprach den Präsidenten des FC Bayern München am Donnerstag in einem der spektakulärsten Steuerverfahren in Deutschland in sieben Fällen schuldig. „Die Gesamtsumme an hinterzogenen Steuern von Hoeneß beträgt 28,4 Millionen Euro“, sagt Richter Heindl laut Liveticker von Focus Online. Auf die bereits bekannten 27,2 Millionen Euro kämen noch 1,2 Millionen Euro Solidaritätszuschlag dazu. Hoeneß blickte beim Urteilsspruch zu Boden und zeigte nur wenig Regung.

Das Gericht blieb deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die wegen eines besonders schweren Falles von Steuerhinterziehung für eine Haft von fünf Jahren und sechs Monaten plädiert hatte, ein Freispruch soll aber dennoch nie zur Debatte gestanden haben. Mit den Unterlagen, die Hoeneß zum Zeitpunkt der Selbstanzeige vorlagen, sei keine wirksame Selbstanzeige möglich gewesen. Die Verteidigung hielt höchstens eine Bewährungsstrafe für angemessen, sollte das Gericht die Selbstanzeige als unwirksam erachten. Der Hoeneß-Anwalt will Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. „Wir werden das Urteil natürlich mit dem Rechtsmittel der Revision angreifen“, sagte Hanns Feigen am Donnerstag in München.

Hoeneß' Hoffnung, den Saal 134 im Münchner Justizpalast doch noch als freier Mann verlassen zu können, erfüllte sich nicht. Als Richter Rupert Heindl um 14.07 Uhr das Urteil verkündete, zuckten seine Mundwinkel. Seine Ehefrau Susi litt im Zuschauerbereich mit und war nach dem Richterspruch völlig erstarrt.

Am vierten und letzten Verhandlungstag hatte es keine weiteren Beweisanträge gegeben. Das Verfahren konnte damit gleich mit den Plädoyers fortgesetzt werden. Ankläger Achim von Engel sprach von einem besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung. Hoeneß' Anwalt Hanns Feigen hatte in seinem rund 50-minütigen Schlussplädoyer auch eine Aussetzung des Haftbefehls gefordert. Falls das Gericht davon ausgehe, die Selbstanzeige sei wirksam, müsse von Straffreiheit ausgegangen werden. „Ich habe dem Vortrag von meinem Verteidiger nichts hinzuzufügen. Er hat alles gesagt, was ich nicht besser hätte formulieren können“, sagte Hoeneß in seinem Schlusswort.

Der 62-Jährige legte seiner Frau Susi die Hand auf den Arm, als er vor der Beratung des Gerichts für rund zweieinhalb Stunden zwischen Hoffen und Bangen verließ. Sein Haftbefehl war im Frühjahr vergangenen Jahres gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro außer Vollzug gesetzt worden. Die Anklage war ursprünglich von 3,5 Millionen Euro hinterzogenen Steuern ausgegangen. Im Laufe des Prozesses war die Summe auf mindestens 27,2 Millionen Euro emporgeschnellt. Die Verteidigung hatte diese Steuerschulden anerkannt.

Das Urteil dürfte auch den FC Bayern erschüttern. Hoeneß ist seit Jahrzehnten das Gesicht des Vereins. Als Spieler, Manager, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender der AG prägte und prägt der Patriarch vom Tegernsee den erfolgreichsten deutschen Fußball-Club. Kann er seine Ämter als Präsident und Aufsichtsrat nun behalten?

Kommentare (30)

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13.03.2014, 14:15 Uhr

es geschehen noch Zeichen und Wunder. Hätte ich unserer Bananenrepublik nie für möglich gehalten. Hut ab und gut so.

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13.03.2014, 14:22 Uhr

War für mich klar. Und bin zufrieden.
Irgendwas zwischen 3 und 5 Jahren.
Peter Graf hat 12 Mio. Mark hinterzogen und 3 Jahre 9 Monate bekommen. Durchaus vergleichbar. Nach der Hälfte der Haftzeit war er wieder raus. Wird Uli auch sein.
Außerhalb Bayerns bleibt er dennoch erledigt. In Bayern, wo FJS hier und da noch wie ein Gott verehrt wird, natürlich nicht.

Account gelöscht!

13.03.2014, 14:24 Uhr

Erstmal die Revision abwarten...

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