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10.10.2011

20:46 Uhr

Stierkampf-Unfall

Gesicht des Matadors bleibt gelähmt

Eine Gesichthälfte des schwerverletzten Matadors Juan José Padilla wird gelähmt bleiben, auch ein Auge droht zu erblinden. Doch Padilla will zurück in die Arena. Sein Gesicht war von einem Stier durchbohrt worden.

Vom Bullen durchbohrt: Grausige Bilder zeigen den Unfall des Matadors Padilla. dpa

Vom Bullen durchbohrt: Grausige Bilder zeigen den Unfall des Matadors Padilla.

MadridDer Zustand des am Wochenende schwer verletzten Toreros Juan José Padilla hat sich nach Krankenhausangaben nach einer sechsstündigen Operation stabilisiert. Seine linke Gesichtshälfte werde aber für immer gelähmt bleiben. Wahrscheinlich werde er auch die Sehkraft des linken Auges verlieren.

Der 38-jährige war am Freitagnachmittag in der Arena von Saragossa im Nordosten Spaniens von einem als besonders gefährlich eingestuften Stier verletzt worden. Das Horn durchbohrte den linken Backenknochen und ragte oberhalb der linken Augenhöhle heraus. „Ich sehe nicht mehr“, hatte der Torero verzweifelt geschrien, als er blutüberströmt in die Notklinik der Arena getragen wurde.

2010 in Las Ventas: Ein Bulle spießt Julio Aparicio auf. dpa

2010 in Las Ventas: Ein Bulle spießt Julio Aparicio auf.

In Interviews mit der Zeitung „El País“ und dem spanischen Rundfunk sagte Padilla bereits zwei Tage später, er wolle trotz des Unfalls weitermachen - „notfalls mit einer Augenklappe“. Sein Management habe er gebeten, keinen einzigen Vertrag für im November geplante Auftritte in Spanien und Südamerika zu annullieren. Der Unglückskampf war der zweite Auftritt für Padilla am zweiten Tag des Festivals Virgen del Pilar.

Stierkämpfe sind auch in Spanien nicht mehr unumstritten, aber noch immer Teil der Kultur und Tradition des Landes. In Katalonien, der autonomen Region im Nordosten Spaniens, gilt ab 2012 ein Verbot des blutigen Spektakels.

Schwere Unfälle hat es in der Arena immer wieder gegeben. Im Mai 2010 wurde in Madrid der erfahrene Matador Julio Aparicio verletzt. Ein 530 Kilogramm schwerer Stier durchbohrte Unterkiefer und Zunge des 41-Jährigen, der ausgerutscht war. Das Bild ging damals um die Welt. Nach einer sechsstündigen Notoperation konnte Aparicio damals gerettet werden.

Von

dpa

Kommentare (16)

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Fortunio

10.10.2011, 21:10 Uhr

Der Stier und der Matador sind Eins. Die Gefahr, der Sieg und der Tod im kultischen Dreiklang ist das Lied des klassischen Spaniens. Eviva Espana!

Account gelöscht!

10.10.2011, 21:28 Uhr

Es ist wie immer: Über die Täter -in diesem Fall der Matador, wir berichtet. Über die Opfer, hier der Stier, verliert niemand nur eine Silbe. Sicherlich musste der arme Kerl (der Stier) seine Zivilcourage zwischenzeitlich mit dem Leben bezahlen.

R.Rath

10.10.2011, 22:02 Uhr

Sie verstehen überhaupt nichts.
Wenn der Stier stibt überträgt er seine Kraft auf den Matador, wie bei jedem Opfer. Der Matador begegnet dem Stier mit Respekt, denn er weiß, auch er kann zum Opfer werden und sein Leben einbüßen oder wie in diesem Fall sein Augenlicht.
Sie werden den Stierkampf und seine kultische Bedeutung nie begreifen, wenn sie ihn im Licht der plakativen Moralvorstellungen ansehen, die man heute gerne vorschiebt, um Moralverstöße ganz anderer Art zu verschleiern.
Wenn Sie darüber nachdenken werden Sie zu Erkenntnissen
kommen, die Sie selber in Erstaunen versetzen werden.

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