Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.11.2014

10:30 Uhr

Stoff im Wert von 184 Millionen Euro

Fahnder decken Netz von Crystal-Dealern auf

Crystal gilt als Teufelszeug, das schnell abhängig macht. Jetzt haben Fahnder eine große Menge eines Grundstoffs beschlagnahmt – die hätte für 2,3 Tonnen der Droge gereicht. Dahinter steckt ein internationales Netzwerk.

Sichergestelltes N-Methylamphetamin, das umgangssprachlich auch Meth oder Crystal genannt wird. dpa

Sichergestelltes N-Methylamphetamin, das umgangssprachlich auch Meth oder Crystal genannt wird.

WiesbadenErmittler aus Deutschland und Tschechien haben einen Rauschgiftring gesprengt und rund 2,3 Tonnen eines Grundstoffs zur Crystal-Herstellung sichergestellt. Die Fahnder schlugen in Leipzig und Prag zu. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, hätte mit der beschlagnahmten Chemikalie eine Crystal-Menge mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von 184 Millionen Euro hergestellt werden können.

Die Ermittler durchsuchten am 5. und 8. November 19 Wohn- und Geschäftsobjekte in Leipzig und nahmen insgesamt acht Verdächtige fest. Dabei wurden unter anderem Bargeld, Munition, gestohlene Ausweise und Dutzende Mobiltelefone sichergestellt. Sieben weitere mutmaßliche Mitglieder der Bande wurden am 8. November von tschechischen Ermittlern festgenommen, dabei wurden auch Schusswaffen und Bargeld sichergestellt.

„Crystal macht schnell abhängig und ist extrem gefährlich“, sagte BKA-Chef Jörg Ziercke. Wenn man berücksichtige, dass im vergangenen Jahr lediglich rund 80 Kilogramm Crystal aus dem Verkehr gezogen worden seien, stelle die Sicherstellung von fast drei Tonnen des zur Herstellung von Crystal (Methamphetamin) geeigneten Chlorephedrins einen „bedeutenden Ermittlungserfolg“ dar.

Laut BKA schmuggelte die Bande die Chemikalie in kleinen Mengen zwischen 10 und 20 Kilogramm nach Tschechien, wo sie in illegalen Laboren zur Herstellung von Crystal verwendet wurde. Ein Teil des so produzierten Rauschgifts wurde schließlich wieder nach Leipzig geliefert und dort an Zwischenhändler und Konsumenten verkauft. Der Handel mit Chlorephedrin ist den Angaben zufolge zwar grundsätzlich erlaubt, die Chemikalie wird aber legal nur zu Forschungs- und Versuchszwecken genutzt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×