Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.10.2013

14:37 Uhr

Strafbefehl beantragt

Zollitsch erwartet Selbstkritik vom Limburger Bischof

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, verwehrt dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst die Rückendeckung. Er zeigte sich verwundert über die Kostenexplosion für den Residenzumbau.

Erzbischof Robert Zollitsch hat sich besorgt über die scharfe Kritik am Limburger Bischof und den beantragten Strafbefehl geäußert. dpa

Erzbischof Robert Zollitsch hat sich besorgt über die scharfe Kritik am Limburger Bischof und den beantragten Strafbefehl geäußert.

Limburg/BerlinDer Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat sich verhalten kritisch zum Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und dem beantragten Strafbefehl gegen den Kirchenmann geäußert. „Ich bin sicher, dass sich der Bischof gründlich mit der notwendigen Selbstkritik auseinandersetzen wird“, sagte Zollitsch am Donnerstag in Berlin. Er nehme die Situation rund um Bischof und Bistum sehr ernst und mache sich Sorgen: „Das bewegt mich sehr.“ Zollitsch kündigte an, beim anstehenden Besuch im Vatikan und im Gespräch mit Papst Franziskus Vorschläge zu machen, wie die Kirche mit der Situation umgehen könne. Details nannte er nicht.

Zu der Kostenexplosion beim Umbau der Bischofsresidenz sagte Zollitsch: „Ich bin von diesen 31 Millionen Euro genauso überrascht wie Sie.“ Er sei verwundert über diesen Betrag – „und das werde ich in Rom auch deutlich machen“.

Die Forderung nach einem Rücktritt des Limburger Bischofs oder einer Auszeit vom Amt wollte Zollitsch auf der Pressekonferenz in Berlin nicht erheben.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte am Vormittag einen Strafbefehl gegen Tebartz-van Elst beantragt. Die Behörde wirft dem Bischof vor, im September 2012 „in zwei Fällen falsche Versicherungen an Eides Statt vor dem Landgericht Hamburg abgegeben zu haben“.

Hintergrund ist ein Rechtsstreit zwischen dem Bischof und dem Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ über die Berichterstattung zu einer Indien-Reise. In einem Zivilverfahren gab Tebartz-van Elst laut Staatsanwaltschaft in einer eidesstaatlichen Erklärung an, es habe keine erneute Rückfrage des „Spiegel“-Journalisten mit dem Vorhalt „Aber Sie sind doch erster Klasse geflogen?“ gegeben und er selbst habe auch nicht auf einen solchen Vorhalt die Antwort gegeben: „Business-Klasse sind wir geflogen.“ Die Staatsanwaltschaft zeigte sich überzeugt, dass diese Erklärung falsch gewesen sei.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

SenecAAA

10.10.2013, 18:13 Uhr

Wie war das noch mit dem Judas in der heiligen Schrift...von den Balken im Auge des bischöflichen Bruders gar nicht zu reden...Bruder Zollitsch hat mit seiner Vor-Wahl-Hass-Predigt gegen die AfD politisch "geliefert"

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×