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06.05.2014

14:01 Uhr

Strafbefehl gegen Enthüllungsjournalist

Günter Wallraff bekommt Probleme wegen Bäckerrecherche

Er ist Prozesserfahren, etwa durch die Klage der „Bild“ gegen seine Recherchen für das Buch „Der Aufmacher“. Häufig siegte Günter Wallraff vor Gericht gegen Unternehmen – doch diesmal ist sein Gegenspieler der Staat.

Wird es diesmal eng? Günter Wallraff gibt sich trotz des Strafantrags locker. ap

Wird es diesmal eng? Günter Wallraff gibt sich trotz des Strafantrags locker.

Bad KreuznachEnthüllungsjournalist Günter Wallraff (71) hat Ärger wegen einer angeblichen uneidlichen Falschaussage. Die Staatsanwaltschaft habe einen entsprechenden Strafbefehl am Amtsgericht Bad Kreuznach beantragt. Dieser werde derzeit geprüft, teilte die Direktorin des Amtsgerichts, Brigitte Hill, am Dienstag auf dpa-Nachfrage mit. Die Behörde habe den Antrag im Februar dieses Jahres gestellt. Sie wirft Wallraff vor, 2012 in einem Prozess gegen den Betreiber einer Großbäckerei aus dem Hunsrück falsch ausgesagt zu haben. Das Amtsgericht hatte den Unternehmer damals freigesprochen. Wallraff selbst sagte der dpa, er sei überzeugt, dass der Antrag, wie auch andere Verfahren gegen ihn, eingestellt werden müsse.

Dem Brotfabrikanten war vorgeworfen worden, dass Mitarbeiter sich an einer veralteten Anlage mehrfach an den Armen verbrannten. Wallraff hatte das Verfahren mit Undercover-Recherchen in dem Betrieb ins Rollen gebracht und im Prozess als Zeuge ausgesagt. Das Amtsgericht hatte den Unternehmer schließlich freigesprochen. Es sei nicht zweifelsfrei nachzuweisen, dass er die Verantwortung für Verbrennungen seiner Mitarbeiter trage, hieß es zur Begründung.

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Von

dpa

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