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15.04.2014

10:36 Uhr

Strandgut der Globalisierung

Online-Shopper verstopfen Zollämter

Der Zoll hat es seit einigen Jahren mit einem neuen Klientel zu tun bekommen: den Online-Shoppern. Sie kaufen weltweit ein und reagieren heftig, wenn sie sich in der Realität deutscher Einfuhrbestimmungen wiederfinden.

Der Warenkorb wird oft von Online-Shoppern gefüllt: Der Einkauf im Internet macht Spaß, die Nachschläge an Zöllen eher weniger. Die Ware außerhalb der EU muss verzollt werden. dpa

Der Warenkorb wird oft von Online-Shoppern gefüllt: Der Einkauf im Internet macht Spaß, die Nachschläge an Zöllen eher weniger. Die Ware außerhalb der EU muss verzollt werden.

DüsseldorfBei den Zollämtern fliegen immer wieder die Fetzen. „Das gibt manchmal richtig Ärger“, sagt die Düsseldorfer Zollbeamtin Dagmar Böttcher. 34 000 Pakete sind im dortigen Bezirk allein im vergangenen Jahr „gestrandet“ und mussten von den Empfängern abgeholt werden – oft mit happigen Nachschlägen an Zöllen und Einfuhr-Umsatzsteuer. In den vergangenen Jahren habe sich die Zahl solcher Pakete mehr als verdoppelt. „Die allermeisten waren von Online-Shoppern“, berichtet Böttcher. Bundesweite Zahlen gibt es nicht, aber hochgerechnet auf Deutschland wären das rund 1,6 Millionen Pakete.

„Wir haben da enorme Steigerungsraten“, bestätigt Wolfgang Brüggen, Leiter des Zollamtes Düsseldorf-Nord. Um den Andrang bewältigen zu können, hat man allein für Düsseldorf inzwischen eine zweite Abholstelle einrichten müssen. Bei einer Wartezeit von bis zu drei Stunden liegen dann manchmal die Nerven blank. „Das sind Dramen, die sich da abspielen“, berichtet Zollbeamtin Dorothee Klapdor.

Viele sind völlig überrascht, wenn auf die Online-Order ein Zollbescheid folgt, weil die Ware von außerhalb der EU anlandet: „Sie bestellen in England, aber die Ware kommt trotzdem aus China.“

Ingrid C. kennt die Prozedur schon: „Ich komme öfter, ich bin Profi - seit meine Töchter im Internet bestellen.“ Diesmal ist es eine Jeans, die in dem Paket zum Vorschein kommt. Der Rest ist Formsache und Frau C. schnell verschwunden – samt Jeans.

Doch es gibt auch die anderen Fälle: Schnäppchenjäger, die sich gar nicht mehr beruhigen können, wenn ihnen der Zoll den tatsächlichen Preis ihres Einkaufs präsentiert. Oder die merken, dass sie umsonst angestanden haben, weil ihnen die Rechnung fehlt. „Da muss trotz allen psychologischen Geschicks schon mal Verstärkung hinzukommen.“

Kommentare (3)

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15.04.2014, 11:23 Uhr

Die deutschen Zollgesetze stammen halt noch aus Kaiser's Zeiten.

In einer globalisierten Welt sollte hier dringend vereinfacht und liberalisiert werden. Z.B. den Freibetrag auf 50 € anheben.

Oder noch lächerlicher: Kaffeesteuer!
Die Verfolgung durch den Zoll kostet mehr Personal, als die Steuer überhaupt bringt. Das freut nur Holländische Kaffeehändler, während die Deutschen Händler bestraft werden. So ein Unsinn muss weg!

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15.04.2014, 12:44 Uhr

Ich habe den Eindruck, dass die beim Zoll halt beliebig viel Personal haben. Ich bin Vielfliege und sehe an meinem Heimatflughafen Münster/Osnabrück (FMO) häufig, dass die Passagiere eines kleinen Canadair-Jets durch ein Spalier von 5 (in Worten: fünf) Zöllnern laufen müssen, was absolut lächerlich ist. Aber beim Geldeintreiben scheut der Staat (insbes. in NRW) keine Kosten und Mühen.

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15.04.2014, 13:19 Uhr

Warum gelten die Freigrenzen im Reiseverkehr nicht auch für den ganzen Ramsch, der da zollrechtlich behandelt werden muß wie eine Scvhiffsladung rote Grütze?

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