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18.06.2014

16:01 Uhr

Straßenverkehr

Zahl der Verkehrstoten steigt

In Deutschland geht, steht und fährt es sich gefährlich: Das Statistische Bundesamt verzeichnete einen dramatischen Anstieg an Verkehrstoten im vergangenen April. Damit setzt sich ein tragischer Trend fort.

Kreuz an einer Landstraße bei Marburg: Erneut steigt die Zahl der Verkehrstoten. dpa

Kreuz an einer Landstraße bei Marburg: Erneut steigt die Zahl der Verkehrstoten.

Berlin/WiesbadenAuf Deutschlands Straßen sind bis zum Frühjahr wieder deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres starben 941 Menschen bei Unfällen und damit 10,2 Prozent mehr als von Januar bis April 2013, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Als ein Hauptproblem für die Sicherheit will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) aggressives Verhalten am Steuer genauer in den Blick nehmen. Bei ertappten Alkoholsündern sollen Zündsperren eingesetzt werden können, die an Alkoholtester gekoppelt sind. Im vergangenen Jahr war die Verkehrstotenzahl auf den Tiefstand von 3340 gesunken.

Ziel müsse sein, Hektik im Verkehr zu reduzieren, sagte Dobrindt bei einer Veranstaltung des Deutschen Verkehrssicherheitsrats in Berlin. Es gebe inzwischen mehr Zeitdruck, viel dichteren Verkehr und eine wachsende Informationsflut für viele Fahrer.

„Zeiten der Rushhour gibt es mehrmals am Tag, nicht mehr nur zweimal.“ Das Ministerium hat daher eine Studie in Auftrag gegeben, die Ursachen und Gegenmaßnahmen klären soll. Um aggressive Fahrer ausfindig zu machen, könnten etwa mehr Videokontrollen auf Autobahnen sinnvoll sein, sagte Dobrindt.

Verhalten bei einem Unfall

Erste Maßnahmen

Kraftfahrer als Ersthelfer an einer Unfallstelle sind oft verunsichert und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Prinzipiell gilt laut dem ADAC vor allem die Eigensicherung. Beim Erblicken eines Unfalls heißt das, sofort Warnblinkanlage einschalten und in sicherem Abstand zur Unfallstelle auf dem Standstreifen anhalten. Dann muss die Warnweste angezogen werden. Der nächste Schritt: vorsichtig aussteigen und möglichst hinter der Leitplanke herlaufen und sein Warndreieck mindestens 100 Meter – auf der Autobahn 150 Meter – vor der Unfallstelle aufstellen.

Notruf

Über die Nummer 112 ist ein Notruf abzusetzen. Wichtig ist es, die wichtigen Informationen weiter zu geben: Wo hat sich der Unfall ereignet? Was ist passiert? Wie viele Personen sind beteiligt? Welche Verletzungen gibt es? Vor dem Auflegen die Rückfragen der Notrufzentrale abwarten.

Erste Hilfe

Wer geschult ist, prüft zuerst die lebenswichtigen Funktionen des Unfallopfers. Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung muss der Betroffene in die stabile Seitenlage gebracht werden. Atmet das Unfallopfer nur noch unregelmäßig oder gar nicht, ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen. Starke Blutungen gilt es, mit einem Druckverband zu stillen, und gegebenenfalls unter Schock stehende Personen sind zu betreuen. Wer nicht geschult ist und sich keine Sofortmaßnahmen am Unfallort zutraut, bleibt bei den Unfallopfern, bis die Rettungskräfte eintreffen.

Rettungsgasse

Bei einem Stau nach einem Unfall sind die Kraftfahrer verpflichtet, eine Rettungsgasse zu bilden. Das heißt, alle Autos auf der linken Fahrspur halten sich möglichst links, alle anderen fahren nach rechts. Denn für ankommende Rettungsfahrzeuge ist der Standstreifen als Rettungsweg nicht geeignet, da er oft nicht durchgehend ausgebaut ist oder von liegengebliebenen Fahrzeugen blockiert wird.

Schaulustige

Gaffen statt zu helfen, ist nicht nur rücksichtslos und gefährlich, sondern kann auch teure Konsequenzen haben. Das Bußgeld reicht von 40 Euro bis zu 5 000 Euro, wenn Einsatzkräfte behindert werden.

Der Präsident des Verkehrssicherheitsrats, Walter Eichendorf, sagte, neben Informationen und Motivation für die Autofahrer sei Überwachung unverzichtbar. „Sie muss flächendeckend und nicht kalkulierbar sein.“ Dobrindt begrüßte, dass Standorte von Radarkontrollen in Radio und Internet bekanntgegeben werden.

Dies sei ein wirkungsvolles Mittel, um Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam zu machen, dass man sich an die Regeln halten müsse. Beim Tag der Verkehrssicherheit an diesem Samstag soll wieder mit Aktionen für das Thema geworben werden.

Insgesamt setzte sich der seit Jahresbeginn zu beobachtende Trend zu steigenden Unfallzahlen fort. Im April kamen laut Bundesamt 301 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, das waren 25,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Nach Einschätzung der Statistiker hat vermutlich das sonnige und trockene Wetter zu dem starken Anstieg beigetragen. Dann sind erfahrungsgemäß mehr Radler und Motorradfahrer unterwegs und es wird schneller gefahren als bei schlechtem Wetter. Die Zahl der Verletzten stieg im April um 12 Prozent auf 31.500.

Von

dpa

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