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16.07.2015

09:46 Uhr

Streit um Lärmschutz in der Schweiz

Tierschutzaktivistin fordert Glocken-Aus

Bei Schweizer Kühen gehören Glocken um den Hals. Falsch, sagt eine Tierschutzaktivistin. Sie fordert ein Ende der Glocken. Die Geräusche würden die Nerven der Kühe strapazieren, so die 41-Jährige. Bauern sind empört.

Die Kuhglocke gehört seitjeher zu Schweizer Kühen. Eine Tierschutzaktivistin will das ändern. dpa

Schweizer Kuhglocke

Die Kuhglocke gehört seitjeher zu Schweizer Kühen. Eine Tierschutzaktivistin will das ändern.

ZürichZu einer Alpenwanderung scheinen klingende Kuhglocken zu gehören wie Enzian und Edelweiß. Doch was halten die angeblich so glücklichen Schweizer Kühe davon, dass ihnen ständig eine Glocke am Hals hängt? Leiden sie unter der Last und dem Gebimmel? Sind Almwiesen also Schauplätze von Tierquälerei? Mit ihrer Forderung, den Kuhglocken-Brauch zu verbieten, hat die in der Schweiz lebende Holländerin Nancy Holten eine Kontroverse ausgelöst.

„Für Kühe sind die Glocken in etwa so laut, als wenn wir uns einen Presslufthammer ans Ohr halten würden“, wettert die dreifache Mutter und Veganerin, die sich auch dagegen engagiert, dass Tiere im Zirkus auftreten. Mit Medienauftritten und der Facebook-Gruppe „Kuhglocken out“ kämpft Holten (41) seit rund einem Jahr dafür, den Schweizer Nationaltieren das Glockentragen zu ersparen.

Damit stößt die Holländerin in ihrer Wahlheimat zwar nicht nur auf taube Ohren. Dennoch ist ein Verbot des „Soundtracks der Alpen“, wie Schweiz-Tourismus-Sprecher Alain Suter das Kuhglockengeläut nennt, bislang eher unwahrscheinlich. Holtens „Out“-Gruppe ist zwar auf fast 2200 Unterstützer gewachsen. Doch die als Reaktion geschaffene Facebook-Gruppe „Pro Kuhglocken“ hat mehr als 17.400 Anhänger.

Über die Glocken-Gegnerin fegte ein Shitstorm. „Geh doch, du holländischer Trottel, geh zurück zu deinen Windmühlen und sammle Tulpen“, pöbelte ein Leser im Online-Kommentar seiner Zeitung. Sie habe anonyme Drohbriefe erhalten und jemand habe ihr mit einer Glocke in den Telefonhörer gebimmelt, erzählt Holten.

Groß war die Empörung der Viehwirte über den vermeintlichen Angriff auf uraltes „Brauchtum und Kulturgut“. Die Wut vieler Bauern richtete sich auch gegen eine Studie der renommierten Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Die Forschungsarbeit beweise, dass Wiederkäuer in unvertretbar starkem Ausmaß unter dem Gewicht und dem Lärm litten, machten Glockengegner geltend.

Kommentare (1)

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Frau Ich Kritisch

16.07.2015, 11:53 Uhr

dumme Menschen gibt es überall und immer wieder!

nur - die wenigsten Dummen erhalten dann auch noch soviel Raum in der Presse :-)

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