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11.01.2012

20:27 Uhr

Streit um Unterricht

Waldorflehrer soll mit Fünftklässlern Rohrbomben gebaut haben

Anschauliches Experiment oder Gefährdung von Schülern? An einer Lübecker Waldorfschule soll ein Lehrer mit Fünftklässlern Schwarzpulver gemischt und Sprengkörper gebaut haben.

Zwei Rohrbomben (Archivfoto). Reuters

Zwei Rohrbomben (Archivfoto).

LübeckBombenbau im Unterricht: Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt gegen einen Lehrer, der mit Schülern einer Lübecker Waldorfschule Rohrbomben gebaut und gezündet haben soll. Die Ermittlungen liefen bereits seit Mai 2011 und stünden kurz vor dem Abschluss, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Lübeck, Klaus-Dieter Schultz, am Mittwoch.

Die Fünftklässler der Freien Waldorfschule Lübeck und ihr Lehrer sollen im Unterricht Schwarzpulver hergestellt haben, das sie dann in Behälter gefüllt und in der Palinger Heide, einem Waldgebiet in der Nähe der Schule, mit Hilfe von Wunderkerzen gezündet haben sollen. Ihre explosiven Experimente, bei denen niemand verletzt worden sei, sollen die Schüler im Frühjahr 2010 gemacht haben. Im Mai 2011 hätten Eltern Anzeige erstattet.

„Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, hat der Lehrer gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen“, sagte Schultz. In Waldorfschulen gibt es keine Zensuren und kein Sitzenbleiben. Die Unterrichtsinhalte und Unterrichtsformen seien auf die Entwicklung des jungen Menschen abstimmt, „bildhafter Unterricht“ sei ein wesentliches Prinzip, heißt es auf der Internetseite der Lübecker Waldorfschule, die rund 650 Schüler hat.

Die Experimente mit Schwarzpulver gingen einigen Eltern dann aber doch zu weit. Die „Lübecker Nachrichten“, die am Mittwoch von mehreren Rohrbomben-Experimenten zwischen 2009 und 2011 berichteten, zitierten eine Mutter mit den Worten: „Die Explosion war so heftig, dass die Kinder die Druckwelle im Bauch gespürt haben.“

Kommentare (4)

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Radiputz

11.01.2012, 20:44 Uhr

Ha, Ha, haben wir auch gemacht allerdings ohne Lehrer.
So tolle Lehrer hatten wir damals noch nicht.
Hat aber riesen Spaß gemacht.
Sylvester ist es auch nicht anders!

pedrobergerac

11.01.2012, 23:16 Uhr

diese unterrichtseinheit (phosphor, unkrautsalz und staubzucker) war in den 60 igern an österreichischen gymnasien standard im chemieunterricht. beim ausprobieren des selbst hergestellten sprengstoffs wurde nicht nur der hersteller, damals 13 jahre, sondern auch ich, damals 9 jahre, verletzt. mein damaliger bester freund, damals 8 jahre, kam danei ums leben.

Kassandrus

11.01.2012, 23:40 Uhr

Was sagt uns das? Für zündelnde und experimentierende Knaben ist das Leben unter Umständen lebensgefährlich, auch wenn es Riesenspaß macht. Für Radiputz war es ein Riesenspaß für pedroberberac eine Katastrophe.
Also wenn dann doch bitte besser unter Aufsicht und mit Sachverstand, obwohl Radiputz die Erinnerunng an seine jugendlichen Heldentaten wohl auch nicht vermissen möchte.

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