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30.08.2013

06:56 Uhr

Stress and the City

Schizophrenie-Risiko für Stadtmenschen doppelt so hoch

Menschen, Lärm, Autos: Die moderne Großstadt kann richtig krank machen, sagen Ärzte. Je größer die Stadt, desto höher ist beispielsweise das Schizophrenie-Risiko. Die Dauerstimulation bedeutet vor allem eines: Stress.

Wann genau die pulsierende Mischung einer Großstadt schadet, ist nicht ganz klar. dpa

Wann genau die pulsierende Mischung einer Großstadt schadet, ist nicht ganz klar.

BerlinThe City never sleeps. Aus diesem Grund zieht es viele in die Großstadt. Aber für manchen, der nach dem Großstadt-Alltag noch tief in der Nacht den Fernseher des Nachbarn hört, bedeutet die Dauerstimulation vor allem eines: Stress. „Vermutlich ist es die Mischung aus sozialer Dichte und sozialer Isolierung, die den Stadtstress ausmacht“, sagt Mazda Adli, Leiter des Forschungsbereiches Affektive Störungen an der Berliner Charité und Chefarzt der Fliedner-Klinik. In Berlin diskutierte in dieser Woche eine Expertenrunde über psychische Gesundheit in der Großstadt.

Adli forscht seit Jahren über das Phänomen, wie sich die Großstadt auf die psychische Gesundheit ihrer Bewohner auswirkt. Durch diverse Studien belegt ist: Stadtmenschen haben ein doppelt so hohes Erkrankungsrisiko für Schizophrenie, für Depressionen liegt es beim 1,4-fachen im Vergleich zu Landbewohnern (Os, Nature 2010). „Es gibt sogar ein Dosis-Wirkungsverhältnis: Je größer die Stadt, desto höher das Schizophrenie-Risiko. Damit ist dieser Faktor vergleichbar hoch wie Cannabis-Konsum, der ja ein bekannter Risikofaktor für Schizophrenie ist“, sagt Adli. Suchterkrankungen hingegen kommen in Stadt und Land gleich häufig vor.

Die Volkskrankheiten der Deutschen

Wirtschaftlicher Schaden

Volkskrankheiten haben nicht nur gesundheitliche sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen. Allein im Jahre 2010 waren die Bundesbürger 17,6 Tage im Durchschnitt krankgeschrieben.

Todesursachen

Volkskrankheiten führen nicht zwangsläufig zum Tode. Deshalb ist es wichtig, zwischen Krankheiten und Todesursachen zu unterscheiden. Zu den häufigsten Todesursachen zählen in Deutschland der Herzinfarkt und der Schlaganfall. 42 Prozent der Bundesbürger waren hiervon betroffen.

Krebs

Zu den zweithäufigsten Todesursachen zählt das Krebsleiden mit 35 Prozent. Frauen versterben neben Krebserkrankungen der Verdauungsorgane nicht selten an Brustkrebs. der Darm-und Lungenkrebs ist die häufigste Todesursache bei den männlichen Bundesbürgern.

Depression

Zu den häufigsten Erkrankungen gehört die Depression. Sie belegt den vierten Platz in der Rangliste mit 9,4 Prozent. Unter Depressionen sind unterschiedliche Erkrankungen zu fassen wie beispielsweise Angstzustände.

Burn-out

Unter den Begriff der Depressionen fällt auch das Krankheitsbild des Burn-out Syndroms. Betroffene sind meist körperlich, geistig und emotional erschöpft. Grund für diesen Zustand sind Stress oder berufliche Überbelastung.

Eu-weit belaufen sich die volkswirtschaftlichen Folgekosten auf 20 Milliarden Euro jährlich.

Atemwege

Platz 3 belegen die Atemwegserkrankungen mit 18 Prozent. Mediziner unterscheiden zwischen den oberen und unteren Atemwegen. Zu den Erkrankungen der oberen Atemwege gehören Krankheiten der Nasennebenhöhlen und Kieferhöhlenentzündungen. Die Bronchitis hingegen wird zu den Krankheiten der unteren Atemwege gezählt.

Übergewicht

Gemeinsam mit den Atemwegserkrankungen ist die Fettstoffwechselstörung die dritthäufigste Krankheitsursache in Deutschland. Eine Störung des Stoffwechsels ist das Übergewicht, das auf falsche Ernährung und Bewegungsmangel zurückzuführen ist. Laut des Europäischen Statistikamts sind 60 Prozent der Deutschen übergewichtig.

Diabetes

Eine weitere Fettstoffwechselstörung ist die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Dabei wird zwischen Typ 1 und Typ 2 unterschieden. Typ 2 ist auf das Übergewicht zurückzuführen.

Rückenschmerzen

Mit 24,1 Prozent sind die Rückenschmerzen das zweithäufigste Volksleiden der Deutschen. Diese Zahl schlägt sich auch in den Krankheitstagen nieder. 13 Tage lässt sich der Bundesbürger wegen dieser Erkrankung krankschreiben.

Bluthochdruck

25,7 Prozent der deutschen Bundesbürger leiden an Bluthochdruck. Damit belegt diese Erkrankung den ersten Platz. Die Ursachen sind vielfältiger Natur. Außer der genetischen Veranlagung spielen Stress, Bewegungsmangel und ein überhöhter Alkoholkonsum eine wesentliche Rolle. Wird die Erkrankung nicht behandelt, drohen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Aber ziehen Städte vielleicht besonders viele instabile und damit stress-sensible Menschen an? „Es gibt zwei Thesen. Die eine lautet: Die Stadt verändert den Menschen. Die andere: Labile Menschen ziehen eher in die Stadt. Eine Reihe von Untersuchungen zeigt jedoch, dass eher ersteres gilt“, sagt Adli. „Städte verändern die stressabhängige Emotionsverarbeitung.“

Eine Studie aus Mannheim (Lederbogen, Nature 2011) zeigt, dass das Gehirn von Großstädtern bei negativem Stress - dem Lösen schwieriger Matheaufgaben plus kritischem Feedback - anders und deutlich empfindlicher reagiert als das von Kleinstädtern oder erst recht von Landbewohnern. „Je länger ein Mensch in der Stadt verbracht hat, vielleicht sogar bereits als Kind, desto geringer ist die Fähigkeit zur Emotionskontrolle. Und diese Vulnerabilität bleibt bestehen - selbst wenn man als Erwachsener aufs Land zieht.“

Kommentare (2)

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rotzi1980

30.08.2013, 11:52 Uhr

Auch wenn es Word nicht angestrichen hat, es heißt "doppelt so hoch" - "doppelt zu hoch" mag zwar richtig sein, aber so sicherlich nicht gedacht.

eononon

30.08.2013, 22:19 Uhr

D sind faul - egal wo. d.h. sie lernen nicht kennen. Sie erwerben kein Wissen - das kann auch für Med. Jur. gelten und
ihre Hilfsberufe. Regelrecht Arbeits-Dienstunfähig. Amts-Machtmissbrauch die Regel. Weshalb sie auch kein Gedächtnis erwerben. Sie werden oberflächlich, flatterhaft - "windig" - je mehr dummes Zeugs im Umlauf ist desto mehr zerreisst es sie wie Andere. Sie haben alle ein ganz kleines Fachwissen womit sie angeben und dieses anwenden ob es paßt
oder nicht. Meistens paßt es nicht. Damit aber reden sie ihre Umgebung krank. Krank geredet werden kann wegen der Kränkungen krank machen. Dann aber stimmen die bereits vorschnell in rauhen Mengen niedergeschriebenen "Diagnosen"
nicht damit überein. Die Folgen von Ungerechtigkeit sehen anders aus.Ich sehe seit mehr als 20 Jahren in mehreren Bundesländern NICHTS mehr. Egal was die schlecht erzogenen
Spielkinder gen.Berufsgruppen von sich geben bleibt falsch.
Kommt man in B als 60-jährige vollkommen unbekannt an - tun
die alle so - als ob sie einen kennten. Man schon "seit Wochen" Jahren oder immer da gewesen wäre. Fährt man schnell wieder halten sie einen für X-ganz Andere ...
Buchstäblich: ob blond ob grau ob dunkel oder schwarz ...
Sie "gehen" wie in einem Dorf als wäre Eine für /wie Alle.
Fährt man gleich wieder in eine westdt. Großstadt ist es als kämen sie mit innerlich. Sie halten einen weiter in B
als wäre man da und wäre ganz Andere.
Was man nicht mehr braucht und das ist vieles seit 1990-92
kann man doch getrost vergessen.
Für altere Menschen auch für Obdachlose ist es wichtig daß man sie überhaupt anspricht und sie erzählen lässt.
Gemeinsam nach Lösungen sucht.
Von vornherein überfordert sein nicht können und nicht wollen kein Interesse haben ist ja keine Schizophrenie.
Schlimmer sind Jene die Andere sofort mit ihren Frechheiten
und Vorurteilen und allem was in ihnen selber ist erschlagen. Mit der Zeit entwickeln sich daraus nationale
Geisteskrankheiten. Dummes Zeugs ist keine Schizo

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