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23.10.2014

08:46 Uhr

Studentenentführung in Mexiko

Bürgermeister steckt hinter Gewalt

Bei der Suche nach 43 vermissten Studenten legen Ermittler einen Morast aus Korruption und Willkür im Stadtrat von Iguala frei. Als Drahtzieher der Gewalt werden der Bürgermeister Abarca und seine Gattin entlarvt.

Aufgebrachte Studenten gingen in Südmexiko auf die Straßen und forderten Klarheit nach dem Verschwinden ihrer Kommilitonen. dpa

Aufgebrachte Studenten gingen in Südmexiko auf die Straßen und forderten Klarheit nach dem Verschwinden ihrer Kommilitonen.

Mexiko-StadtNach dem Verschwinden Dutzender Studenten aus der südmexikanischen Stadt Iguala haben Ermittler den Bürgermeister als Drahtzieher der Tat entlarvt. José Luis Abarca habe Ende September die Polizeiattacke mit sechs Toten angeordnet, seit der die jungen Leute vermisst würden, teilte Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam am Mittwoch mit. Zudem sollen der Rathauschef und seine Frau Hand in Hand mit dem Drogenkartell Guerreros Unidos zusammengearbeitet und von der Bande Bestechungsgelder in sechsstelliger Höhe kassiert haben.

Der mysteriöse Fall treibt die mexikanischen Behörden seit Wochen um. Am 26. September war es im 200 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt gelegenen Iguala zu einer Auseinandersetzung zwischen Studenten und der Polizei gekommen. Die Beamten eröffneten das Feuer auf vier Busse, die die jungen Menschen gekapert hatten. Sechs Menschen kamen dabei um, zwölf weitere wurden verletzt. Seit dem Vorfall fehlt von 43 Studenten jede Spur. Die meisten von ihnen waren am Lehrerkolleg Aytozinapa eingeschrieben, das in Mexiko für radikalen Aktivismus bekannt ist.

Abarca habe die Verhaftung der Studenten befohlen, weil er eine angeblich von ihnen geplante Störaktion bei einem Auftritt seiner Frau befürchtet habe, sagte Generalstaatsanwalt Murillo Karam. Die jungen Leute seien dann zunächst auf eine Polizeiwache und dann der Bande Guerreros Unidos übergeben worden. Der inzwischen festgenommene Führer des Kartells, Sidronio Casarrubias, sagte den Angaben zufolge jedoch aus, einer der Beamten habe die Studenten als Anhänger einer rivalisierenden Verbrecherorganisation ausgegeben.

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Zuletzt sollen sich die Studenten in einer Gegend am Stadtrand von Iguala aufgehalten haben. In jener Umgebung stießen die Behörden auf der Suche nach den Vermissten auf insgesamt neun Massengräber mit 30 Leichen. Doch ergaben vorläufige Gentests, dass es sich bei den Toten nicht um die Studenten handelt. Ein zweiter DNA-Test soll laut Murillo Karam bald Klarheit bringen.

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

23.10.2014, 11:47 Uhr

Bürgermeister als Auftraggeber
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Dafür erhielt er alle paar Wochen ein hohes Schmiergeld vom Kartell.
Jetzt sind er und seine "Gattin" auf der Flucht.

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