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13.10.2014

09:56 Uhr

Stürme in Japan und Indien

Millionenstadt vom Stromnetz abgeschlossen

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche sucht ein Taifun Japan heim – und ein Zyklon nimmt eine indische Millionenstadt vom Netz. Hunderttausende sind auf der Flucht. Die Opferzahlen halten sich zum Glück noch in Grenzen.

Dutzende Verletzte

Taifun „Vongfong“ erreicht japanische Inseln

Dutzende Verletzte: Taifun „Vongfong“ erreicht japanische Inseln

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Tokio/Neu DelhiDer Zyklon „Hudhud“ hat viele Einwohner der indischen Millionenstadt Vishakapatnam für längere Zeit von der Stromversorgung abgeschnitten. Auch einen Tag nach seiner Ankunft an der indischen Küste waren die meisten Einwohner ohne Strom. Die Zahl der Toten stieg nach offiziellen Angaben vom Montag auf acht.

Das Dach des Flughafens der Küstenstadt sei beschädigt worden, die Landebahn überflutet und nicht benutzbar, berichtete die indische Agentur IANS. „Hudhud“ war am Sonntag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Kilometern pro Stunde auf die Küste im Südosten Indiens getroffen. Nach Angaben des Senders NDTV lagen in Vishakapatnam überall Bäume und Schilder auf den Straßen, außerdem seien Statuen von Politikern von den Sockeln gefallen.

Ein Bewohner sagte dem Sender, wegen der Zerstörung könne er nicht einmal zum nächsten Laden laufen: „Es gibt kein Wasser, nicht einmal ein Päckchen Milch.“ Die Tankstellen blieben demnach geschlossen; Telefonleitungen funktionierten nicht. Fast 400 000 Menschen waren vor dem Sturm in Notunterkünfte gebracht worden.

Der Zyklon hat an der Ostküste Indiens mindestens acht Menschen in den Tod gerissen. Die meisten Opfer seien in den Staaten Andra Pradesh und Orissa von eingestürzten Mauern oder Bäumen erschlagen worden, teilten die Behörden am Sonntag mit. Auch Japan wurde durch einen heftigen Taifun in Mitleidenschaft gezogen: Mindestens 37 Menschen wurden verletzt.

Vor Ankunft des Zyklons waren in Indien mindestens 400 000 Menschen in den Küstenregionen in Sicherheit gebracht worden. Hunderte Schutzräume waren für die Evakuierten eingerichtet. Der Regierungschef des Bundesstaats Andhra Pradesh, N. Chandrababu Naidu, sagte, die frühzeigen Evakuierungen hätten Leben gerettet, doch habe der Zyklon „gewaltige Schäden“ an Gebäuden und Feldfrüchten in den Küstenbezirken verursacht.

Der Indische Ozean ist ein Zentrum für Zyklone. Von den 35 schlimmsten Stürmen der Geschichte kamen 27 über den Golf von Bengalen und trafen entweder Indien oder Bangladesch. 1999 verwüstete ein Zyklon die Küste des Staats Odisha und kostete mindestens 10 000 Menschen das Leben.

Der Taifun „Vongfong“ fegte vor allem über die japanische Insel Okinawa hinweg. 150 000 Anwohner wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. 60 000 Haushalte hatten keinen Strom mehr. Angesichts heftigen Regens warnten die Behörden vor Erdrutschen. Starkwinde rissen Hochspannungsleitungen herunter, der Schnellbahnverkehr kam zum Erliegen.

Es ist bereits der zweite schwere Sturm in Japan binnen einer Woche. Beim Durchzug von Taifun „Phanfone“ waren am vergangenen Wochenende auf der Insel Okinawa drei amerikanische Soldaten ums Leben gekommen, als sie von Wellen mitgerissen wurden.

Von

dpa

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