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03.01.2004

14:45 Uhr

Suche nach Black Box dauert an

Panne gilt als Ursache für Flugzeugunglück

Beim Absturz eines ägyptischen Charterflugzeugs sind alle 148 Insassen ums Leben gekommen. In der Boeing 737 saßen vor allem französische Touristen. Die Maschine mit Ziel Paris stürzte am Samstagmorgen kurz nach dem Start ins Rote Meer.

HB BERLIN. Beim Absturz einer ägyptischen Chartermaschine mit 148 Menschen an Bord sind am Samstag alle Insassen ums Leben gekommen. Die meisten der Passagiere waren nach offiziellen Angaben französische Touristen, die am Roten Meer ihren Weihnachtsurlaub verbracht hatten. Dabei gab es unterschiedliche Angaben zu deren Zahl: Das Pariser Außenministerium gab die Zahl der französischen Absturzopfer mit 133 an. Zuvor war von 135 französischen Fluggästen die Rede. Außerdem seien ein marokkanischer Tourist sowie 13 Besatzungsmitglieder an Bord der Boeing 737 gewesen.

Die Maschine der privaten ägyptischen Fluggesellschaft Flash Air war kurz nach dem Start vom Badeort Scharm el Scheich ins Meer gestürzt. Ursache war eine «technische Panne», wie das ägyptische Ministerium für zivile Luftfahrt in Kairo unter Berufung auf «erste Erkenntnisse» mitteilte. Die Piloten hätten keinen Notruf gesendet. Die ägyptischen Behörden schlossen einen Terroranschlag aus. Augenzeugen berichteten, sie hätten vor dem Absturz keine Explosion gehört. Das Wetter in Scharm el Scheich war gut, als das Flugzeug am frühen Morgen startete.

Den Angaben zufolge war das Flugzeug auf dem Weg nach Kairo. Dort war ein Zwischenstopp geplant, bevor die Maschine weiter nach Paris fliegen sollte. Der Flug 604 sei um 09.00 Uhr am Flughafen Charles de Gaulle erwartet worden, teilte der Betreiber der Pariser Airports mit. Der französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin traf in dem am Flughafen eingerichteten Krisenzentrum mit Angehörigen der Opfer zusammen und sprach ihnen sein Beileid aus. Er bot größtmögliches Maß an Hilfe und Beistand an. Die Angehörigen könnten auch an den Unglücksort reisen, wenn sie dies wünschten, sagt er. Die Regierung werde Ermittler nach Ägypten schicken, kündigte er an.

Der französische Verkehrsstaatssekretär Dominique Bussereau sagte in Paris, die Maschine habe Probleme beim Start gehabt. Der Pilot habe daraufhin versucht, zum Flughafen zurückzukehren. Rettungsmannschaften entdeckten das Wrack laut Air Flash 15 Kilometer vom Flughafen Scharm el Scheich entfernt in der Nähe der Küste.

Neun Stunden nach dem Absturz hatten die Teams noch keine Überlebenden gefunden. An der mit Trümmerteilen übersäten Unglücksstelle wurden erste Leichenteile geborgen. Die Suche nach der Black Box dauerte am Nachmittag an.

Die Boeing 737 hatte erst am frühen Samstagmorgen Fluggäste von Mailand aus nach Ägypten gebracht. Die Maschine war nach Angaben von Air Flash eine von zwei Boeing 737 der Fluglinie. Als sie das letzte Mal in Norwegen gewartet worden sei, seien keine Probleme festgestellt worden.

In Beileidsschreiben an den französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac und den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak sprach Bundeskanzler Gerhard Schröder den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Mit großer Erschütterung habe er von dem Flugzeugabsturz erfahren, erklärte Schröder.

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