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12.03.2014

07:07 Uhr

Suche nach Boeing ausgeweitet

Ermittler prüfen Vergangenheit des Copiloten

Das Flugzeug der Malaysia Airlines bleibt verschollen. Mehrere Schiffe und Flugzeuge suchen jetzt Hunderte Kilometer weiter westlich nach der Boeing. Unterdessen kursieren skandalöse Geschichten über den Copiloten.

Suche wird ausgeweitet

Noch immer keine Spur vom Flug MH 370

Suche wird ausgeweitet: Noch immer keine Spur vom Flug MH 370

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Kuala LumpurDie Suche nach dem spurlos verschwundenen Malaysia Airlines-Passagierflugzeug konzentriert sich jetzt auf eine Meeresregion Hunderte Kilometer von der letzten bekannten Position entfernt. Suchflugzeuge und Schiffe sind nach vergeblichen Bemühungen im Südchinesischen Meer seit Mittwoch verstärkt im Andamanischen Meer vor der Westküste Malaysias im Einsatz, wie aus dem Krisenstab verlautete.

Vietnam will seine Bemühungen zurückfahren. „Wir werden unsere Suchaktivitäten reduzieren“, sagte ein Sprecher des Such- und Rettungsdienstes des Landes. Als Grund nannte er Medienberichte, wonach das Flugzeug womöglich Hunderte Kilometer vom Kurs abkam. Vietnam warte auf offizielle Informationen aus Malaysia.

Flug MH370 – Was ist geklärt, was nicht?

Vom Radar verschwunden

Flug MH370 von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord verschwindet zwei Stunden nach dem Start von den Radarschirmen. Ein Überblick über die geklärten und ungeklärten Fragen.

Was ist geklärt? (1)

Die Boeing 777-200 verschwand bei gutem Wetter. Zwei Stunden nach dem Start war die Maschine eigentlich in der sichersten Phase eines Flugs, auf der Reisehöhe von rund 10.000 Metern. Es gab keinen Notruf, und die Bordcomputer sendeten keinen automatischen Alarm an die Bodenkontrolle, wie bei technischen Problemen eigentlich üblich. Im Cockpit saß ein erfahrener Pilot. Die Fluggesellschaft gilt als sehr zuverlässig, die Boeing ebenfalls.
Der Funkkontakt brach vor der vietnamesischen Küste ab. 154 der 239 Insassen waren chinesische Staatsbürger. Malaysia Airlines bot den Flug gemeinsam mit China Southern an.

Was ist geklärt? (2)

An Bord waren zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen. Diese waren ihren Besitzern, einem Italiener und einem Österreicher, 2012 und 2013 in Thailand gestohlen worden. Die Reisedokumente wurden bei der Passkontrolle nicht mit der Datenbank von Interpol abgeglichen.
Vier Reisende checkten ein, gingen aber nicht an Bord. Ihr Gepäck wurde vor dem Abflug wieder ausgeladen. Mittlerweile ist wahrscheinlich, dass sie illegal nach Europa einreisen wollten, sie also vermutlich nichts mit dem Absturz der Maschine zu tun hatten.

Was ist ungeklärt? (1)

Wo ist die 70 Meter lange Maschine mit 60 Metern Spannweite geblieben? Obwohl Dutzende Schiffe und Flugzeuge das Meer zwischen Malaysia und Vietnam absuchen, sind bislang weder Wrackteile noch der Flugschreiber gefunden worden.

Was ist ungeklärt? (2)

Warum drehte die Maschine ab? Wie konnte sie so lang von den Radars verschwinden. Aufschluss darüber könnte die Blackbox geben. Die Suchteams suchen fieberhaft danach, denn lange können die Akkus in der Regel nicht mehr halten.

Die Boeing mit 239 Menschen an Bord war am Samstag verschwunden, kurz bevor sie den vietnamesischen Luftraum erreichen sollte. Bislang galt das Südchinesische Meer zwischen Malaysia und Vietnam als mögliches Absturzgebiet.

Sollte die Maschine im Andamanischen Meer oder der Straße von Malakka gefunden werden, wäre sie mehrere hundert Kilometer von ihrem eigentlichen Kurs abgewichen. Das Militär hatte schon am Wochenende in seinen Radaraufzeichnungen einen möglichen Kurswechsel von Flug MH370 entdeckt. Die Maschine sei womöglich umgekehrt, hieß es. Die Luftwaffe dementierte am Mittwoch allerdings Presseberichte, wonach das letzte Signal der Maschine vor der Westküste aufgefangen worden sei.

Die malaysische Halbinsel ist im Norden stellenweise weniger als 200 Kilometer weit. Solch eine Strecke legt eine Boeing 777 in weniger als einer Viertelstunde zurück. Insofern ist es theoretisch möglich, dass die Maschine westlich von Malaysia niederging. Trotzdem hätten zwischen Kursänderung und Niedergang viele Minuten gelegen. Rätselhaft bleibt, warum der Pilot sich dann nicht meldete und warum die Bordcomputer keine Probleme an die Bodenkontrolle funkten.

Kommentare (3)

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12.03.2014, 09:25 Uhr

Co-Pilot? Warum nicht? moeglich kann alles sein. Amok ist ja ein malaiisches Wort fuer einen vollkommen verrueckt gewordenen Menschen.

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12.03.2014, 11:33 Uhr

Dann kommen die beiden Betrüger also vorerst nicht?

Account gelöscht!

12.03.2014, 13:12 Uhr

Im Radar der Flugsicherung werden Primärechos allgemein unterdrückt, um ein klareres Bild synthetisch zu erzeugen. Wenn also der Transponder im Flugzeug ausfällt (oder abgeschaltet wird) geht der Radarkontakt verloren. Nur wenn die Rohdaten des FS-Radars noch zugänglich sind oder militärisches Radar das Gebiet abdeckt, könnte man u.U. den weiteren Flugweg noch rekonstruieren. Aber soweit denken die Ermittler mit Sicherheit auch selbst.

Sollte also ein Pilot seinen Kollegen (der dritte schläft auf solchen Flügen) überraschend überwältigen und den Transponder abschalten, so hat er das Flugzeug im Rahmen des Kraftstoffvorrats in der Hand. Unter dies Umständen muß man halb Südostasien absuchen, denn gelandet ist das Flugzeug offensichtlich nirgends mehr.

Allerdings: ein Pilot der mit seinen weiblichen Passagieren schäkert und verbotenerweise raucht (wenn diese Aussage nicht auf einer Verwechselung beruht) ist vielleicht nicht ausreichend diszipliniert, aber a priori nicht suizidgefährdet.

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