Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.06.2013

13:42 Uhr

Südafrika

Mandela wieder mit Lungenentzündung in Klinik

Es ist der vierte Krankenhausaufenthalt innerhalb eines halben Jahres: Südafrikas ehemaliger Präsident wurde zuletzt im März wegen seiner Lungenprobleme stationär behandelt. Sein Zustand sei „ernst, aber stabil“.

Nelson Mandela Ende April 2013 im Hospital: Der ehemalige Präsident wird wieder stationär behandelt. ap

Nelson Mandela Ende April 2013 im Hospital: Der ehemalige Präsident wird wieder stationär behandelt.

JohannesburgSüdafrikas erster schwarzer Präsident Nelson Mandela muss erneut wegen einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus behandelt werden. Der Zustand des 94-jährigen Friedensnobelpreisträgers sei „ernst, aber stabil“, teilte die Regierung am Samstag mit. Demnach hatte sich der Gesundheitszustand des 94-Jährigen in den vergangenen Tagen verschlechtert. Deshalb sei er am Samstagmorgen gegen 1.30 Uhr in ein Krankenhaus in Pretoria gebracht worden.

Es ist bereits der vierte Klinikaufenthalt des Ex-Staatschefs und ehemaligen Vorkämpfers gegen das Apartheid-Regime innerhalb weniger Monate. Erst im März wurde er wenige Wochen nach einem stationären Gesundheitscheck wegen einer Lungenentzündung dort behandelt. Im Dezember lag er mit einer Lungenentzündung fast drei Wochen im Krankenhaus, nachdem ihm Gallensteine entfernt worden waren.

„Der frühere Präsident erhält die beste medizinische Betreuung, und die Ärzte unternehmen alles, damit es ihm bessergeht und er sich wohlfühlt“, heißt es auf der Internetseite des amtierenden Präsidenten Jacob Zuma. Dieser rief dazu auf, die Privatsphäre von Mandela und dessen Familie zu achten.

Zumas Sprecher Mac Maharaj sagte später, Mandela atme „ohne Hilfe“. Er glaube, dass dies ein gutes Zeichen sei. Mandela sei „ein Kämpfer“. „In seinem Alter geht es ihm gut, so lange er noch kämpfen kann“, sagte Maharaj.

Kämpfer gegen Apartheid: Südafrika bangt um Nelson Mandela

Kämpfer gegen Apartheid

Südafrika bangt um Nelson Mandela

Der Kämpfer gegen die Apartheid könnte bald sterben.

Mandelas Lungenprobleme reichen in seine Zeit als politischer Gefangener zurück, als er an Tuberkulose erkrankte. Er war 27 Jahre inhaftiert, den Großteil davon im berüchtigten Gefängnis auf Robben Island. Erst 1990 kam er frei und wurde vier Jahre später nach den ersten freien Wahlen erster schwarzer Präsident Südafrikas. Damit war das Ende des Apartheid-Regimes besiegelt. Als Staatschef trat Mandela 1999 zurück.

Im Jahr 2004 zog er sich endgültig aus der Politik zurück. Sein letzter öffentlicher Auftritt fand im Jahr 2010 während der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika statt.

Mandelas Partei, der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC), übersandte dem 94-Jährigen am Samstag „gute Wünsche für eine schnelle Genesung“. Der ANC rief in einer Mitteilung auf, für Mandela und seine Familie zu beten.

Über den Kurznachrichtendienst Twitter sandte der britische Premierminister David Cameron Grüße. „Meine Gedanken sind bei Nelson Mandela, der in Pretoria im Krankenhaus liegt“, schrieb Cameron.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×