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15.06.2011

10:22 Uhr

Südhalbkugel

Vulkanasche lähmt Flugbetrieb

Die Aschewolke des chilenischen Vulkans Cordón Caulle bringt weiter den Luftverkehr in Teilen Australiens und Südamerikas durcheinander. Zehntausende Menschen mussten bislang auf ihre Flüge verzichten.

Flugverkehr behindert

Chilenischer Vulkan bietet gewaltiges Naturschauspiel

Flugverkehr behindert: Aschewolke über Südamerika

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Sydney/Buenos AiresZwar normalisierte sich der Flugbetrieb in den australischen Städten Melbourne und Adelaide am Mittwoch wieder, in der im Westen des Landes gelegenen Stadt Perth wollten die Fluggesellschaften Qantas, Virgin Australia und Jetstar den Betrieb jedoch am Nachmittag einstellen.

Auch der Flugverkehr auf die Insel Tasmanien und nach Neuseeland ist seit Sonntag beeinträchtigt. Von den Flugstreichungen waren bislang mehr als 70.000 Passagiere betroffen. Selbst wenn die Eruption in Chile sofort zum Stillstand käme, erwartet die neuseeländische Zivilluftfahrtbehörde noch mindestens eine Woche lang Behinderungen des Flugverkehrs in der Region.

In Argentinien und Uruguay waren die wichtigsten internationalen Flughäfen wegen der Aschewolke auch am Mittwoch geschlossen. Der designierte peruanische Präsident Ollanta Humala reiste deshalb von der uruguayischen Hauptstadt Montevideo zu einem Gespräch mit der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner am Dienstag mit dem Schiff über den Rio de la Plata nach Buenos Aires. Die Konzentration an Vulkanasche in der Luft sei zu hoch, teilte der Flughafenbetreiber Aeropuertos 2000 mit. Die Vulkan-Kette Caulle im Süden Chiles schleudert seit zehn Tagen große Mengen Asche bis in Höhen von zehn Kilometern, und der Wind verteilt sie über weite Teile der Südhalbkugel.

Das Flughafenterminal als Schlafzimmer: Auf dem Airport Jorge Newbery in Argentinien ging für die Passagiere nichts mehr. Quelle: dapd

Das Flughafenterminal als Schlafzimmer: Auf dem Airport Jorge Newbery in Argentinien ging für die Passagiere nichts mehr.

Obwohl Experten nicht sagen können, wie lange der Ausbruch noch mit einer solchen Intensität weitergeht, betonte der Präsident des nationalen Fußballverbandes Afa, Julio Grondona, das Fußballturnier Copa América sei nicht in Gefahr, möglicherweise müsse aber der Spielplan für die am 1. Juli beginnende Südamerika-Meisterschaft Copa America geändert werden. In den Medien wurden jedoch gegenteilige Befürchtungen geäußert.

Betroffen waren auch Flughäfen in Uruguay und Chile und sogar im weit entfernten Australien und Neuseeland. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon musste erneut auf das Flugzeug verzichten und von Buenos Aires per Schiff über den Rio de la Plata nach Montevideo reisen. Am Montag hatte er wegen der Vulkanasche schon 700 Kilometer per Auto von der zweitgrößten argentinischen Stadt Córdoba nach Buenos Aires zurückgelegt.

Besonders schwierig ist die Situation weiterhin im Süden Argentiniens in Patagonien. Im Fernsehen war der Ort Villa La Angostura zu sehen, wo die hellgraue Asche zentimeterdick auf Häusern, Straßen und Bäumen lag. Auch die Landwirtschaft leidet sehr unter der Ascheschicht auf dem Weideland.

Zudem bereitet ein Vulkanausbruch in Eritrea dem Flugverkehr in Ostafrika Probleme. Ethiopian Airlines sagte Flüge in den Sudan, nach Dschibuti und den Norden Äthiopiens am Dienstag ab. Nach Angaben des Geophysikalischen Observationszentrums der Universität Addis Abeba erreichte die Aschewolke inzwischen den Süden Ägyptens.

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