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15.05.2014

09:24 Uhr

Südkorea

15 Anklagen wegen Schiffskatastrophe

Die südkoreanische Staatsanwaltschaft wirft Teilen der Unglücksfähren-Besatzung Tötungsdelikte vor. Unter den Angeklagten ist auch der Kapitän der „Sewol“. 281 Todesopfer sind bisher bestätigt.

Grobe Fahrlässigkeit

Sewol-Kapitän: Anklage wegen Totschlags

Grobe Fahrlässigkeit: Sewol-Kapitän: Anklage wegen Totschlags

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SeoulEinen Monat nach der Schiffstragödie vor der südkoreanischen Küste hat die Staatsanwaltschaft gegen 15 Mannschaftsmitglieder der Fähre Anklage erhoben. Vier von ihnen werden Tötungsdelikte vorgeworfen, wie aus der am Donnerstag vom Bezirksgericht Gwangju ausgestellten Anklageschrift hervorgeht. Bei der Katastrophe starben mindestens 281 Menschen, 23 werden immer noch vermisst.

Über den Termin des Prozesses werde in wenigen Tagen entschieden, hieß es weiter. Dem Kapitän des Schiffs und drei Mannschaftsmitgliedern würden Tötungsdelikte vorgeworfen, weil sie ihre Pflichten, die Passagiere zu schützen, nicht nachgekommen seien. Die elf anderen Mannschaftsmitglieder seien angeklagt, mutmaßlich fahrlässig gehandelt und die Passagiere allein gelassen zu haben, als sie gebraucht wurden. Die 15 Mannschaftsmitglieder, die alle mit der Navigation des Schiffs betraut waren, zählten zu den ersten Geretteten, als die Fähre „Sewol“ unterging.

Unglücksfähre „Sewol“: Ermittler nehmen Reedereichef fest

Unglücksfähre „Sewol“

Ermittler nehmen Reedereichef fest

Die südkoreanische Fähre „Sewol“ war nach Angaben der Ermittler regelmäßig überladen. So auch am Tag ihres folgenschweren Untergangs am 16. April. Der Chef der Reederei soll das Risiko in Kauf genommen haben.

Die „Sewol“ war am 16. April mit mehr als 470 Menschen an Bord nahe der Stadt Mokpo im Südwesten des Landes gekentert. Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um Schüler.

Vor einer Woche war auch der Chef der Betreiberfirma der „Sewol“ verhaftet worden. Kim Han Sik habe als Präsident der Reederei Chonghaejin gewusst, dass das Schiff überladen gewesen sei, jedoch nichts unternommen, hatte die Staatsanwaltschaft erklärt. Die Behörden gehen davon aus, dass Überladung ein möglicher Grund für den Untergang der Fähre gewesen war.

Von

ap

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