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07.07.2012

16:30 Uhr

Südrussland

Fluten fordern zahlreiche Todesopfer

Schwere Überschwemmungen haben im Süden Russlands ganze Bezirke verwüstet. Rund einhundert Menschen haben ihr Leben verloren. Untere Hausetagen waren in wenigen Minuten überflutet, sagen Betroffene.

In der Region Krimsk/Krasnodar haben die Wassermassen ganze Landstriche überflutet. dpa

In der Region Krimsk/Krasnodar haben die Wassermassen ganze Landstriche überflutet.

MoskauEs sind die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Nach sintflutartigen Regenfällen mussten die Rettungsdienste am Samstag in kurzen Abständen die Zahl der Opfer immer weiter nach oben korrigieren. Am schlimmsten betroffen war der Bezirk Krimsk, wo auch ein zehnjähriges Kind in den Fluten umkam.

Die Polizei gab am Nachmittag die Zahl der Toten mit mindestens 99 an. "Das ist ein Schock für uns", erklärte der Gouverneur von Krasnodar, Alexander Tkaschew. "So etwas hat es hier noch nie gegeben." Im Bezirk Krimsk stieg die Zahl der Toten auf 88. Eine Bewohnerin der Stadt sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Behörden hätten keine Warnung ausgegeben, das Unglück sei überraschend gekommen.

"Das Wasser stieg sehr schnell, die Erdgeschosse wurden in fünf bis zehn Minuten überflutet, das Wasser riss Bordsteinkanten weg und sogar Stücke vom Asphalt", berichtete sie am Telefon. Vermutlich seien viele alte Menschen ums Leben gekommen. Eine Frau habe die Nacht auf einem Baum verbracht und sei dann gerettet worden.

In dem bei Touristen beliebten Gelendschik regnete es in 24 Stunden so viel wie sonst in fünf Monaten. "Die Fluten sind sehr stark", sagte der Polizeisprecher. Insgesamt sind in der Region mindestens 13.000 Menschen von den schweren Überschwemmungen betroffen.

Zahlreiche Einwohner wurden von den Wassermassen im Schlaf überrascht. Gegen drei Uhr in der Nacht erreichten die Flutwellen vielerorts ihren Höhepunkt. Einzelne Leichen wurden ins Meer gespült.

In den vergangenen zwei Tagen kamen nach den heftigen Regenfällen in der Küstenstadt Gelendschik mindestens neun Menschen ums Leben, in der Hafenstadt Noworossijsk zwei weitere. Der Hafen von Noworossijsk stellte am Samstag den Betrieb ein, Öllieferungen wurden nicht mehr abgewickelt.

Die Behörden rechnen mit einer weiter ansteigenden Zahl von Toten. "Die Rettungsarbeiten laufen", sagte der Polizeisprecher. "Es werden weitere Tote entdeckt." Die Identifizierung der geborgenen Toten gestaltete sich demnach schwierig. "Es ist schwer festzustellen, woher sie kommen."

Die Behörden leiteten die Evakuierung von besonders schwer betroffenen Gebieten ein. Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew berief eine Regierungskommission ein, um den Menschen in den betroffenen Gebieten zu helfen.

Von

afp

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