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04.11.2015

13:31 Uhr

Südsudan

Mindestens 27 Tote nach Absturz von russischer Maschine

Im Südsudan ist ein Frachtflugzeug kurz nach dem Start auf eine kleine Insel im Weißen Nil abgestürzt. Offenbar haben beide Turbinen gleichzeitig versagt. Mindestens 27 Menschen kamen dabei ums Leben.

Bei dem Flugzeugtyp handelte es sich um eine Frachtmaschine vom Typ An-12 des russischen Herstellers Antonow. ap

Wrack der Maschine

Bei dem Flugzeugtyp handelte es sich um eine Frachtmaschine vom Typ An-12 des russischen Herstellers Antonow.

JubaBeim Absturz eines Frachtflugzeugs im Südsudan sind am Mittwoch mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP, der die Opfer und das Wrack sah. Das Flugzeug war kurz nach dem Start am internationalen Flughafen der südsudanesischen Hauptstadt Juba auf einer kleinen Insel im Weißen Nil abgestürzt. Die Zahl der Insassen war zunächst unklar.

Die Polizei zog Leichen von Männern, Frauen und Kindern aus dem Wrack der Maschine, die auf einer Insel mit kleinen Bauerndörfern nahe dem Flughafen abgestürzt war. Der UN-Sender Radio Miraya berichtete, das Unglück habe sich 800 Meter von der Startbahn entfernt ereignet. Die Maschine habe nach Paloch im ölreichen nördlichen Bundesstaat Upper Nile fliegen sollen.

Der Flugzeugrumpf landete in einem Waldgebiet. Der AFP-Journalist sah vom Flussufer aus das weiße Heck zwischen Bäumen hervorragen. Trümmerteile lagen verstreut herum.

Die schlimmsten Unglücke der russischen Luftfahrt

22. August 2006

170 Tote beim Absturz einer Tupolew-154M von Pulkovo Airlines nahe Donezk in der Ukraine. Auf dem Flug von Anapa nach St. Petersburg versuchten die Piloten eine Gewitterfront zu überfliegen.

9. Juli 2006

125 Tote bei der Bruchlandung eines Airbus A310 der Gesellschaft Sibir in Irkutsk. Auslöser waren Pilotenfehler. 78 Menschen überleben.

4. Juli 2001

145 Tote beim Absturz einer Tupolew-154M der Fluglinie Wladiwostokawia. Grund: Schlechte Sicht und Pilotenfehler beim Anflug auf Irkutsk.

3. Januar 1994

125 Tote beim Absturz einer Tupolew-154M von Baikal Airlines nach dem Start von Irkutsk. Auslöser war ein brennendes Triebwerk.

Die Polizei konnte nicht sagen, wie viele Insassen die Maschine hatte und ob es auch Opfer am Boden gab. Helfer des Roten Kreuzes und anderer Organisationen suchten die Absturzstelle nach Opfern ab. Der Flughafenchef sagte Medienberichten zufolge, nur drei Insassen hätten überlebt. Laut Radio Miraya wurden bis zu 40 Tote befürchtet. Frachtflugzeuge nehmen in abgelegenen Gegenden Afrikas häufig Menschen mit.

Bei dem Flugzeugtyp handelte es sich um eine Frachtmaschine vom Typ An-12 des russischen Herstellers Antonow. Der Sprecher der russischen Vertretung in Uganda, die auch für den Südsudan zuständig ist, sagte, die Botschaft sei in Kontakt mit den örtlichen Behörden. „Wir klären die Details“, sagte Radmir Gainanow telefonisch der AFP.

Der Flughafen von Juba ist der meistgenutzte in dem Land, das so groß ist wie die iberische Halbinsel. Dort landen internationale Linienflüge, aber auch Militär- und Frachtmaschinen, die Hilfsgüter in schwer zugängliche Gebiete bringen.

Der Südsudan ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Das Land ist von einem Jahrzehnte währenden Unabhängigkeitskrieg gegen den Sudan gezeichnet. Mit der Erklärung der Unabhängigkeit im Juli 2011 wurde der Südsudan der jüngste Staat der Welt. Seit Dezember 2013 wird das Land von einem schweren Bürgerkrieg erschüttert. Ungeachtet eines im August geschlossenen Friedensabkommens dauern die Kämpfe an.

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