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12.02.2016

19:10 Uhr

Superstar Daniel Bryan

„Wrestling war nicht hart, sondern Spaß“

VonAlexander Möthe

Daniel Bryan ist das Zugpferd des börsennotierten Unterhaltungskonzerns WWE. Der Wrestler hat weltweit Millionen Fans begeistert. Nun muss er seine Karriere beenden. Ein Interview über Zwangspausen, Reisen und Geld.

Trotz zahlreicher Bedenken der Verantwortlichen im Konzern durfte der absolute Publikumsliebling Daniel Bryan bei Wrestlemania, laut Forbes eines der wertvollsten Sport-Events der Welt, den Schwergewichtstitel gewinne. ap

Höhepunkt der Karriere

Trotz zahlreicher Bedenken der Verantwortlichen im Konzern durfte der absolute Publikumsliebling Daniel Bryan bei Wrestlemania, laut Forbes eines der wertvollsten Sport-Events der Welt, den Schwergewichtstitel gewinne.

Daniel wer? In den USA ist er ein Superstar, den fast jedes Kind kennt. In Deutschland sorgt der Name Daniel Bryan nur in ausgewählten Kreisen für Begeisterungsstürme. Auf der Kölner Computerspielmesse Gamescom zum Beispiel. Dort steht der 34-Jährige, der eigentlich Bryan Danielson heißt, auf der Bühne des Unternehmens 2K und promotet deren aktuelles Wrestling-Spiel „WWE 2K16“. Bryan ist einer der Superstars einer Branche, die sich aus zirkusreifen Showkampfeinlagen und Seifenopernelementen speist. Mit Beharrlichkeit hat sich der Mann mit dem struppigen Haar und dem wirren Bart vom absoluten Außenseiter zum Zugpferd des börsennotierten Unterhaltungskonzerns World Wrestling Entertainment (WWE) gemausert.

Bryan gilt als bester Wrestler seiner Generation. Anfang der Woche musste er aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere beenden. Handelsblatt-Redakteur Alexander Möthe traf ihn 2015 zu einem Zeitpunkt, als alle dachten, seine Verletzungspause sei eben genau das – nur eine Pause. Bryan redet über seine Liebe zum Wrestling. Und, in einem Business, was eine halbe Milliarde Dollar umsetzt und an der Spitze etliche Millionäre hervorbringt, ungewöhnlich offen über Geld.

Sie haben eine lange Anreise für so einen kurzen Termin hinter sich, oder, Mr. Bryan?
Ja, ein bisschen lang! Neun Stunden von Orlando nach Frankfurt, von Frankfurt nach Köln und dann sind wir noch im Stau stecken geblieben.

Sie sind immer auf Achse. Wie kommen Sie mit dem ewigen Reisen zurecht?
2013, meinem letzten vollen Jahr als aktiver Wrestler, habe ich 227 Matches bestritten. Da sind noch nicht die Reisetage enthalten. Wir sind 250 Tage im Jahr unterwegs. Man lernt damit zu leben! Man muss ein Vagabund sein und es genießen können, sich überall zuhause fühlen können.

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Mit Wrestling lässt sich Geld verdienen. Branchenprimus WWE ist seit Jahren börsennotiert und dehnt sein Tätigkeitsfeld kontinuierlich aus. Lebendes Kapital sind Menschen, die im Ring auch ihre Gesundheit riskieren.

Wie sieht ein typischer Tag aus?
Unsere Tagesabläufe sind nicht annähernd so aufregend wie die Leute sich das vorstellen. Sie ähneln sich sehr. Du fliegst von deinem Wohnort in die Stadt, wo die Show ist. Sobald Du gelandet bist, gehst Du ins nächste Fitnessstudio. Direkt nach dem Training versuchst Du etwas zu Essen zu finden, dann geht es zum Veranstaltungsort. Du wärmst dich auf, bestreitest Dein Match, fährst 200 Meilen zum nächsten Ziel. Du versuchst etwas Schlaf zu bekommen, stehst auf, suchst etwas zu Essen, gehst trainieren, versuchst noch etwas mehr Essen zu bekommen und dann fährst Du wieder zum Veranstaltungsort. Das ist eine Endlosschleife.

Und wie bleibt man dabei geistig fit?
Die geistige Stimulation hängt davon ab, mit wem man reist. Wir haben viele Leute im Kader, mit denen man sich gut unterhalten kann. Leute wie Cesaro und Cody Rhodes bedeuten immer auch Spaß. Man spricht alles komplett durch, auch die Matches. Und ich lese so viel ich kann.

Hat man da überhaupt Freizeit?
Manchmal, wenn man nach Hause kommt. Andererseits stehe ich dann da und denke: Okay, ich muss die Rechnungen bezahlen. Und die Wäsche machen. Und dies. Und das noch! Und am Ende habe ich dann vielleicht auch wirklich mal ein paar Stunden Zeit mich hinzusetzen und gar nichts zu tun.

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