Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.12.2016

15:01 Uhr

Taifun fegt über Inselgruppe

„Nok-Ten“ trifft die Philippinen

Die Menschen im Osten der Philippinen müssen an Weihnachten vor einem zerstörerischen Taifun fliehen. Doch viele wollen während der Feiertage ihre Häuser nicht verlassen. Zwangsevakuierungen werden angeordnet.

Auf den Philippinen werden Menschen wegen des nahenden Taifuns evakuiert. AFP; Files; Francois Guillot

Monstersturm „Nock-Ten“

Auf den Philippinen werden Menschen wegen des nahenden Taifuns evakuiert.

ManilaEin gewaltiger Taifun ist an Weihnachten über die Philippinen gezogen. „Nok-Ten“ brachte heftigen Regen, Windböen und Sturmfluten mit, als er am Sonntagabend auf der Insel Catanduanes in der Region Bicol auf Land traf, wie das Wetteramt in Manila mitteilte. Berichte über Tote lagen zunächst nicht vor, vielerorts fiel aber der Strom aus. Nok-Ten soll die Hauptstadt Manila am Montag erreichen.

Auf seinem Weg durch den Pazifik hatte sich „Nok-Ten“ zu einem Monstersturm mit Windgeschwindigkeiten von 185 und Böen von bis zu 255 Kilometern pro Stunde entwickelt. Die Behörden hatten für 38 Provinzen eine Sturmwarnung ausgegeben und zu Evakuierungen aufgerufen, doch wegen der Feiertage wollten viele in dem mehrheitlich katholischen Land ihre Häuser nicht verlassen.

„Einige sind ziemlich dickköpfig, sie wollen ihre Häuser nicht verlassen, weil Weihnachten ist“, sagte die Gouverneurin von Catanduanes, Shirley Abundo. Sie werde Zwangsevakuierungen einleiten müssen.

Ihr Amtskollege aus der Region Camarines Sur, Miguel Villafuerte, bot all jenen, die sich in Notunterkünfte begeben, Spanferkel an, das sogenannte „Lechon“, ein besonders an Weihnachten beliebtes Festmahl auf den Philippinen. „Ich weiß, es ist Weihnachten, aber das ist ein richtiger Taifun, bitte evakuieren Sie“, schrieb Villafuerte auf Twitter. „Bitte bringt euch in Sicherheit. Es wird in den Evakuierungszentren Lechon geben.“ In Camarines Sur haben nach Behördenangaben bereits 48.000 Menschen die Notunterkünfte aufgesucht.

In der Provinz Albay hatten bereits 76.000 Menschen die Nacht in den Notquartieren oder bei Freunden und Verwandten verbracht. Schon jetzt sitzen mehr als 12.000 Menschen in Häfen und an Flughäfen fest, da Fährverbindungen wegen rauer See eingestellt wurden. Der Taifun soll bis Mittwoch über den südostasiatischen Inselstaat hinwegziehen. Die Behörden warnten von bis zu 2,5 Meter hohen Sturmfluten.

Von Catanduanes dürfte der Taifun über den südlichen Teil der Hauptinsel Luzon und an der Hauptstadt Manila vorbei fegen, bevor er wieder ins Südchinesische Meer abzieht.

Philippinen: Granatenexplosion vor Kirche verletzt mehrere Menschen

Philippinen

Granatenexplosion vor Kirche verletzt mehrere Menschen

Auf den Philippinen sind bei einer Explosion vor einer katholischen Kirche mehrere Menschen verletzt worden. Eine Granate detonierte während der Christmette an Heiligabend. Die Hintergründe sind noch unklar.

Rund 20 Taifune und andere Stürme ziehen jedes Jahr vom Pazifik aus über die Philippinen. In den vergangenen 65 Jahren trafen sieben das Land am Ersten Weihnachtsfeiertag. Im November 2013 brachte der verheerende Taifun „Haiyan“ Tod und Zerstörung über ganze Landstriche: Mehr als 7300 Menschen kamen ums Leben, mehr als fünf Millionen weitere wurden vertrieben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×