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13.11.2013

17:09 Uhr

Taifun „Haiyan“

Plünderungen, Feuergefechte und über 2000 Tote

Die Lage auf den Philippinen wird immer chaotischer: Bei Plünderungen auf der Insel Leyte starben Menschen, Sicherheitskräfte lieferten sich Schießereien mit Zivilisten. Die Zahl der Todesopfer stieg auf mehr als 2000.

Folgen des Taifuns auf den Philippinen

„Wir haben Probleme die Leichen zu finden“

Folgen des Taifuns auf den Philippinen : „Wir haben Probleme die Leichen zu finden“

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TaclobanFünf Tage nach dem Taifun „Haiyan“ mit Tausenden Toten versinken die Philippinen immer tiefer im Chaos. In einigen Katastrophengebieten der Insel Leyte herrschte am Mittwoch fast Anarchie: In dem Dorf Abucay unweit der weitgehend zerstörten Stadt Tacloban lieferten sich Sicherheitskräfte Feuergefechte mit bewaffneten Zivilisten, wie der Lokalsender ANC berichtete.

Menschen plünderten unter Lebensgefahr Geschäfte und Lagerhäuser auf der Suche nach Lebensmitteln und Trinkwasser. In Alangalang im Norden der Insel wurden acht Menschen unter der einstürzenden Wand eines staatlichen Reisspeichers begraben. Vorräte gingen zur Neige, die internationale Hilfe kam wegen der zerstörten Infrastruktur nur vereinzelt an.

Besonders dramatisch war die Lage in Bogo auf der Insel Cebu. Dort waren am Nachmittag eine halbe Palette Wasserflaschen und fünf Kartons Lebensmittel alles, was für 70.000 Menschen übrig war. „Irgendwie wurden wir übersehen“, sagte Bürgermeister Celestio Martinez Jr. resigniert. In Tacloban buddelten Überlebende der Sturm-Katastrophe Wasserleitungen aus und bohrten sie an, um etwas zu trinken zu haben. „Wir wissen nicht, ob es sicher ist. Wir müssen es abkochen. Aber wenigstens haben wir etwas“, sagte der 38-jährige Christopher Dorano.

Taifun-Katastrophe: Bilder, die bewegen

Taifun-Katastrophe

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Im Juni die Flut, jetzt der Taifun: Beide Katastrophen haben eine enorme Hilfsbereitschaft ausgelöst. Das Spendenvolumen der Deutschen wird 2013 so hoch sein wie nie. Auch andere Länder bewegt das Leid der Philippinen.

„Haiyan“ war am Freitag mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 380 Kilometern pro Stunde über die Philippinen gepeitscht. Der Sturm gilt als der schwerste Taifun, der jemals auf Land getroffen ist.

Auch aus anderen Teilen der Insel wurden Plünderungen berichtet. Lagerhäuser des Lebensmittelkonzerns Universal Robina und der Pharmafirma United Laboratories seien ebenso ausgeräumt worden wie eine Reisfabrik, sagte der Leiter der örtlichen Handelskammer. Das Fernsehen zeigte Aufnahmen von Soldaten, die in Tacloban in die Luft schossen, um Plünderer zu vertreiben.

Die Lagerhäuser seien mittlerweile leer, daher durchkämmten die Menschen einzelne Häuser, sagte Taclobans Stadtverwalter Tecson John Lim der Nachrichtenagentur Reuters. Doch er äußerte auch Verständnis: „Das Plündern ist kein Verbrechen. Es ist reine Selbsterhaltung.“ Die Bewohnerin Rachel Garduce sagte, in ihrem verwüsteten Viertel würden gerade einmal drei Kilo Reis und ein Liter Wasser verteilt - pro Tag und pro Haushalt. Das reiche nicht. Ihre Tante aus der Hauptstadt Manila 580 Kilometer im Norden sei unterwegs mit Vorräten. „Wir hoffen, dass sie nicht überfallen wird.“

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