Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.11.2013

18:57 Uhr

Taifun-Katastrophe

„Es ist wie der Weltuntergang“

Die Bilder erinnern an die Tsunami-Katastrophe vor neun Jahren: Der Taifun Haiyan hat die Philippinen mit verheerender Gewalt getroffen. Nach dem Sturm, dem Tausende zum Opfer fielen, regiert nun das Chaos.

Philippinen

„Super-Taifun“ wütet auf den Philippinen

Philippinen: „Super-Taifun“ wütet auf den Philippinen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Manila/Tacloban/BerlinNach dem Taifun „Haiyan“ regiert im Katastrophengebiet der Philippinen das Chaos. Überlebende suchten am Sonntag verzweifelt nach Angehörigen und Nahrung. Rettungsteams konnten auch zwei Tage nach einem der schwersten Stürme aller Zeiten längst nicht in alle betroffenen Regionen vordringen. Augenzeugen berichteten von Plünderungen, das Rote Kreuz von Überfällen auf Hilfskonvois. Die Polizei schickte Verstärkung. Allein in der Provinz Leyte gehen die Behörden von 10.000 Toten aus.

Hohe Wellen hätten ganze Küstenorte weggeschwemmt, teilte die Polizei mit. Die meisten Opfer ertranken in den Wassermassen, die sich mit zahlreichen Trümmerteilen einem Tsunami gleich den Weg ins Landesinnere bahnten. Internationale Hilfe lief an, Caritas und Unicef riefen zu Spenden auf. Deutschland stellte zunächst 500.000 Euro als Soforthilfe zur Verfügung, wie Außenminister Guido Westerwelle sagte. Papst Franziskus betete für die Opfer des Sturms und kündigte Unterstützung für die Menschen in dem mehrheitlich katholischen Land an. Die USA schickten Soldaten, die bei der Suche nach Vermissten und bei Rettungsaktionen helfen sollen.

„Es ist wie der Weltuntergang“, sagte eine Geschäftsreisende aus China, die in der am stärksten betroffenen Küstenstadt Tacloban drei Stunden lang durch Schlamm und Trümmer zu einer Rettungsstation des Militärs am ebenfalls zerstörten Flughafen watete. Augenzeugen zufolge lagen Hunderte Leichen in den Straßen und unter eingestürzten Häusern der Provinzhauptstadt. Auf Fernsehbildern waren Kinder zu sehen, die sich auf Hausdächern festklammerten. Umgeknickte Strommasten und Bäume blockierten die Straßen. Helfer konnten die Überlebenden daher nur schwer mit Lebensmitteln versorgen.

Der Super-Taifun habe auf seinem Weg durch die Provinz Leyte eine Schneise fast völliger Zerstörung geschlagen, sagte der regionale Polizeipräsident Elmer Soria. Innenminister Manuel Roxas machte sich aus dem Hubschrauber ein Bild von dem Ausmaß der Katastrophe. „Mir fehlen die Worte, es ist schrecklich“, sagte er. „Von der Küste bis zu einem Kilometer ins Landesinnere steht so gut wie nichts mehr. Es ist wie nach einem Tsunami.“

So ordnete auch Sebastian Rhodes Stampa, UN-Chefkoordinator für Katastrophen-Einsätze, die verheerenden Schäden auf den immer wieder von Taifunen heimgesuchten Philippinen ein: „Etwas von einer solchen Größenordnung habe ich das letzte Mal nach dem Tsunami im Indischen Ozean gesehen.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×