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02.04.2006

14:19 Uhr

Tango-Metropole

Erotisches Spiel mit Bodenhaftung

VonKerstin Schneider

Doch in Europa hat sich Berlin zur heimlichen Kapitale des Tangos gemausert. Künstler wie der Bandoneonspieler Luis Stazo und der Tangosänger Sergio Gobi leben hier.

BERLIN. Stellen Sie sich vor, Sie schwömmen auf einer Welle und würden mal nach Buenos Aires , mal nach Berlin gespült. Das wäre ein Traum für einen Tangotänzer. Denn wer in Europa der

Tangoleidenschaft verfallen ist, sehnt sich danach, einmal in Argentinien die Leidenschaft dieses Tanzes zu erleben.

Doch in Europa hat sich Berlin zur heimlichen Kapitale des Tangos gemausert. Künstler wie der Bandoneonspieler Luis Stazo und der Tangosänger Sergio Gobi leben hier. Es ist eine kleine, illustre Gemeinde. Und seit 2001 hat sich mit „BerlinTango“ eine Plattform etabliert, in der sich Tangoschulen, Tänzer und Musiker zusammengeschlossen haben.

Mausetot war der argentinische Tango, der sich durch eine besondere erotische Finesse auszeichnet, lange Zeit. Erst seit den 80ern lebt er wieder. Und hat sich seither auch in Europa weiterentwickelt. Wo die europäischen Einflüsse auf den klassischen Tango sind, wo die argentinischen, lässt sich nicht mehr auseinander halten. Fest steht: Der Tango-Tourismus ist eine feste Größe.

Wer in Düsseldorf, München, Hamburg oder Zürich Tango tanzt, versucht, so oft es geht, in die deutsche Hauptstadt zu fahren, weil man dort jeden Abend seiner Leidenschaft frönen kann, auch wenn die Musik meist aus der Konserve kommt.

Diese kargen Zeiten finden jetzt ein Ende: Berliner Musiker haben ihr erstes klassisches Tangoorchester mit vier Bandoneóns, vier Violinen, einem Kontrabass und Klavier aus der Taufe gehoben. „Sabor a Tango“ (Tango-Geschmack) ist ein Geheimtipp, der einzigartig in Europa sein dürfte. Noch sind die Auftritte sporadisch, denn die Musiker sind in anderen Formationen gebunden.

Doch am nächsten Wochenende tritt das Orchester, das in der Tradition der legendären argentinischen Tanzorchester aus den 30er- und 40er-Jahren steht, in der Berliner Akademie der Künste auf.

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