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21.01.2011

14:51 Uhr

Tankerunfall auf Rhein

Bergung kann wohl am Samstag beginnen

Nahe der Loreley sind Spezialkräne eingetroffen, die den dort gekenterten Säurefrachter bergen sollen. Die Aktion soll am Sasmtag beginnen, aber vermutlich mehrere Wochen dauern. Die Rheinschifffahrt ist derweil noch immer nicht freigegeben.

HB ST. GOARSHAUSEN. Die voraussichtlich wochenlange Bergung des im Rhein gekenterten Tankschiffs soll an diesem Samstag beginnen. Zwei Schwimmkräne und ein Kranponton der niederländischen Bergungsexperten Mammoet sollen dann in Position gebracht werden und das Wrack sichern. Allein dies wird laut Einsatzleitung etwa drei Tage andauern. Strömung und Wasserstand änderten sich ständig und erschweren damit die Arbeiten, erklärte ein Sprecher.

Die Kräne sollen helfen, in den kommenden Tage mehrere Drahtseile unter dem Schiff durchzuziehen. "Die Sicherung des Schiffs hat Priorität", sagte ein Sprecher der Staatskanzlei am Freitag in St. Goarshausen. Insgesamt geht man weiter davon aus, dass die Bergung rund drei Wochen in Anspruch nimmt.

"Es ist ein langer Prozess, wo am Ende das Heben des Schiffes steht", sagte der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises und Einsatzleiter, Günter Kern (SPD). "Hier baut ein Schritt auf dem nächsten auf." Nach Angaben der Staatskanzlei sollte am Freitag das Bergungskonzept der Spezialfirma von rheinland-pfälzischen Fachbehörden überprüft werden. Das Unternehmen hatte schon 2001 das gesunkene russische Atom-U-Boot "Kursk" aus den Tiefen der Barentssee gehoben.

Während der Arbeiten am Wochenende soll tagsüber die Bundesstraße 42 aus Sicherheitsgründen an der Unglücksstelle nahe der Loreley gesperrt werden. "Es könnten Seile reißen und auf die Straße schnellen", sagte ein Polizeisprecher. Die Sperrung sei auch nötig, um einen "Aktionsraum" für die Bergungsarbeiten freizuhalten. Unter anderem müsse schweres Gerät auf der Straße transportiert werden.

Derweil sind fünf weitere Schiffe am Wrack des bei St. Goarshausen im Rhein gekenterten Säuretankers vorbeigeleitet worden. Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bingen sind 30 andere Schiffe informiert und warten darauf, die Unglücksstelle stromaufwärts zu passieren. Der Sprecher der Einsatzleitung betonte: "Die Schifffahrt ist nicht freigegeben, es handelt sich um eine kontrollierte Vorbeifahrt." PS-schwache Schiffe würden von einem Schlepper gezogen. In Fließrichtung dürfen keine Schiffe fahren - es wird befürchtet, dass sich das mit Drahtseilen gesicherte Wrack wegen der dann stärkeren Strömung losreißen könnte.

Nach einer ersten Testfahrt am Mittwoch hatten am Donnerstag bereits rund 20 Schiffe die Unglücksstelle an der Engstelle des Flusses nahe der Loreley passiert. In der Spitze hatten rund 250 Schiffe zwischen Burgbrohl und Mainz auf die Weiterfahrt gewartet.

Das Schiff mit rund 2400 Tonnen Schwefelsäure an Bord war in der Vorwoche aus ungeklärter Ursache gekentert. Zwei Besatzungsmitglieder wurden gerettet, zwei weitere werden vermisst. Der Rhein wurde danach - auch wegen Hochwassers - an dieser Stelle für die Schifffahrt gesperrt.

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