Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.02.2013

15:38 Uhr

Tarifkonflikt

Neue Streiks an Airports Düsseldorf und Köln

Heute Hamburg, am Donnerstag wieder Düsseldorf und Köln: Die Streikwelle an Deutschlands Flughäfen schwappt aus dem Norden zurück nach NRW. Erneut drohen hunderte Flugausfälle. Doch zumindest in Hamburg gibt es Bewegung.

Lange Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen wie hier zuletzt im Flughafen in Hamburg drohen in Düsseldorf und Köln/Bonn am Donnerstag erneut. dpa

Lange Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen wie hier zuletzt im Flughafen in Hamburg drohen in Düsseldorf und Köln/Bonn am Donnerstag erneut.

Düsseldorf/HamburgEine Ende der Streikwelle an Deutschlands Flughäfen ist noch nicht in Sicht. Während am Mittwoch in Hamburg ein Großteil der Flüge ausfielen, wird es am Donnerstag an den Airport in Nordrhein-Westfalen wieder kritisch Reisende: An den Airports in Düseldorf und Köln-Bonn wollen die Beschäftigten an den Sicherheitskontrollen erneut in den Ausstand treten, um im Tarifkonflikt ihre Forderungen zu unterstreichen.

Am Mittwoch war wegen des Streiks erneut die Mehrzahl der Flüge in Hamburg ausgefallen. Bis zum frühen Nachmittag wurden 115 von 181 geplanten Abflüge gestrichen, wie der Flughafen mitteilte. Auch 25 Landungen seien ausgefallen. Mit Beginn der Arbeitsniederlegungen am frühen Morgen hatten sich lange Schlangen mit Wartezeiten von mehr als drei Stunden gebildet. Mehrere Reisende hätten wegen Kreislaufproblemen medizinisch behandelt werden müssen, zwei seien ins Krankenhaus eingeliefert worden. „Die Situation war sehr unschön“, berichtete eine Flughafensprecherin.

Service für Flughäfen

Flughafen Frankfurt

Ankünfte

Abflüge

Service-Telefon: 01805 3724636

Flughafen München

Ankünfte

Abflüge

Service-Telefon: 089 9752 00

Flughafen Düsseldorf

Ankünfte

Abflüge

Service-Telefon: 0211 - 421-0

Flughafen Berlin

Ankünfte

Abflüge

Service-Telefon: 0180 5000 186

Flughafen Stuttgart

Ankünfte

Abflüge

Service-Telefon: 01805 - 948444

Flughafen Hannover

Ankünfte

Abflüge

Service-Telefon: 0511 - 977 1223

Flughafen Hamburg

Ankünfte

Abflüge

Service-Telefon: 040 - 50750

Flughafen Nürnberg

Ankünfte

Abflüge

Service-Telefon: 0911 - 93700

Flughafen Köln-Bonn

Ankünfte

Abflüge

Service-Telefon: 022 03 - 40-40 01/02

Flughafen Leipzig-Halle

Ankünfte

Abflüge

Service-Telefon: 0341 - 224 11 55

Flughafen Münster/Osnabrück

Ankünfte

Abflüge

Service-Telefon: 02571 - 94 33 60

Fluggastrechte

Über die Rechte der Fluggäste gibt das Luftfahrt-Bundesamt im Internet unter lba.de und per Hotline unter Tel.: 0531 - 23 55 115 Auskunft.

Am Vormittag habe sich die Situation etwas entspannt, weil der mit den Sicherheitskontrollen beauftragte Dienstleister Ersatzpersonal beschafft habe. Dadurch hätten vier Kontrolllinien geöffnet werden können. Die Wartezeit sei mit einer Stunde aber immer noch lang gewesen. Am frühen Morgen war lediglich eine von insgesamt 20 Kontrollstellen geöffnet.

Am Mittwochnachmittag kam allerdings neue Bewegung in den Tarifkonflikt in Hamburg: Nach mehreren Streiktagen der Sicherheitsleute und hunderten Flugausfällen wollen Arbeitgeber und Gewerkschaft wieder miteinander reden. Für Donnerstag sei ein Treffen auf Geschäftsführerebene vereinbart worden, teilte die Gewerkschaft mit.

Die Arbeitsniederlegungen würden daher bis einschließlich Freitag ausgesetzt. „Wir werden daran mitwirken, dass eine Landebahn vorbereitet wird, auf der eine tragfähige Tariflösung aufsetzen kann", kündigte Verdi-Verhandlungsführer Peter Bremme an.

Rechte der Passagiere bei Streiks

Streichung des Fluges

Wird der Flug wegen der Arbeitsniederlegung ganz gestrichen, muss die Airline nach der EU-Verordnung für Fluggastrechte die Passagiere per Ersatzflug zum Ziel befördern. Dies dürfte unter den gegebenen Umständen kaum möglich sein. Alternativ kann der Reisende bei Annullierung des Fluges vom Luftbeförderungsvertrag zurücktreten und sich den Flugpreis erstatten lassen. Ausgleichszahlungen braucht die Fluggesellschaft nach bislang überwiegender Ansicht nicht zu leisten, wenn sie alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen hat, um Flugannullierungen zu vermeiden.

Verspätung des Fluges

Startet die Maschine wegen des Streiks erst verspätet, haben Reisende nach der europäischen Fluggastrechte-Verordnung bei Abflugsverzögerungen von zwei Stunden (Kurzstrecken bis 1.500 Kilometer), drei (Mittelstrecken bis 3.500 Kilometer) bzw. vier Stunden (Langstrecken) Anspruch auf kostenlose Betreuung. So hat die Airline auf Wunsch des Reisenden für Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Telexe, Faxe oder E-Mails sowie für notwendige Hotelübernachtungen inklusive Transfer zu sorgen. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Fluggesellschaft die notwendigen Kosten einer Übernachtung im Hotel übernehmen. Wer die Reise nicht mehr antreten will, kann bei einer mindestens fünfstündigen Flugverspätung darauf pochen, das Geld dafür zurückzubekommen.

Flug bei einer Pauschalreise

Ist der Flug Teil einer Pauschalreise, sollte sich der Urlauber an den Reiseveranstalter wenden. Auch er hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Allerdings muss dem Veranstalter in der Regel eine angemessene Frist (einige Stunden) gesetzt werden, um einen solchen Transport zu bewerkstelligen. Ist das gebuchte Flugzeug wegen des Streikes bis zu vier Stunden verspätet, gilt das nach bisheriger Rechtsprechung zum Pauschalreiserecht als bloße Unannehmlichkeit. Erst wenn der Flieger mehr als vier Stunden Verspätung hat, kann – je nach Flugstrecke – ein Reisemangel vorliegen. Dann können fünf Prozent des Tagesreisepreises für jede weitere Verspätungsstunde vom Veranstalter zurückverlangt werden. Urlauber haben außerdem die Möglichkeit, nach ihrer Rückkehr den Reisepreis zu mindern, etwa wenn Reiseleistungen ausgefallen sind.

In Nordrhein-Westfalen setzt die Gewerkschaft dagegen weiter auf Streiks: In Düsseldorf und Köln-Bonn legen die Sicherheitsleute am Donnerstag erneut ihre Arbeit nieder. Allerdings soll der Ausstand diesmal auf die Frühschicht von 3.30 Uhr bis 10 Uhr begrenzt bleiben.

In den vergangenen Wochen hatten Streiks an den Flughäfen Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn den Luftverkehr massiv behindert. Mehrere hundert Flüge wurden gestrichen. Zehntausende Passagiere waren betroffen.Verdi fordert für die 34.000 Beschäftigten der privaten Sicherheitsbranche in Nordrhein-Westfalen bis zu 30 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber bieten zwischen fünf und neun Prozent..

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

20.02.2013, 16:02 Uhr

ES REICHT!!!!!

Das Personal an den Passagierkontrollstellen am Hamburg Airport, die sogenannten Luftsicherheitsassistenten, sind Angestellte eines privaten Sicherheitsdienstleisters, die im Auftrag der Bundespolizei die Kontrolle der Flugpassagiere übernehmen.

WARUM BESTREIKT MAN NICHT DIE UNTERNEHMEN STATT DIE PASSAGIERE IN BEUGEHAFT ZU NEHMEN???

Dieses Vorgehen ist untragbar und völlig unverhältnismäßig. Es nimmt den Menschen ihr individuelles Grundrecht auf freie Mobilität.

30% Lohnerhöhung zu erpressen, ist unseriös und nicht zumutbar. Jeder Sicherheitsbeamte wusste als er sich den Job freiwillig ausgesucht hat, was er verdient.

Wann bereiten die Gerichte der Erpressung durch Beugehaft von Passagieren ein Ende???

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×