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13.02.2013

19:04 Uhr

Tarifverhandlungen

Erneut Streiks an Flughäfen Düsseldorf und Hamburg

An den Flughäfen Düsseldorf und Hamburg soll es am Donnerstag erneut ganztägige Streiks geben. Das kündigt die Gewerkschaft Verdi an. Die Fronten in den Tarifverhandlungen sind verhärtet.

Bei einem zweitägigen Ausstand an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn waren vor zwei Wochen Hunderte Flüge ausgefallen und Zehntausende Fluggäste betroffen. dpa

Bei einem zweitägigen Ausstand an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn waren vor zwei Wochen Hunderte Flüge ausgefallen und Zehntausende Fluggäste betroffen.

Düsseldorf/HamburgPassagiere am Düsseldorfer und Hamburger Flughafen müssen sich am Donnerstag auf Behinderungen einstellen. Im Tarifstreit der Airport-Sicherheitsleute rief die Gewerkschaft Verdi nach einer rund dreiwöchigen Verschnaufpause erneut einen Streik aus. Verdi kündigte am Mittwoch an, die privaten Sicherheitsdienste seien mit Beginn der Morgenschicht bis Mitternacht zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Die Beschäftigten hätten "momentan keine andere Wahl als zu streiken". Nach einer zweiten Verhandlungsrunde am vergangenen Donnerstag seien die Tarifparteien "ergebnislos" auseinandergegangen, sagte ein Verdi-Sprecher in Düsseldorf.

Rechte der Passagiere bei Streiks

Streichung des Fluges

Wird der Flug wegen der Arbeitsniederlegung ganz gestrichen, muss die Airline nach der EU-Verordnung für Fluggastrechte die Passagiere per Ersatzflug zum Ziel befördern. Dies dürfte unter den gegebenen Umständen kaum möglich sein. Alternativ kann der Reisende bei Annullierung des Fluges vom Luftbeförderungsvertrag zurücktreten und sich den Flugpreis erstatten lassen. Ausgleichszahlungen braucht die Fluggesellschaft nach bislang überwiegender Ansicht nicht zu leisten, wenn sie alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen hat, um Flugannullierungen zu vermeiden.

Verspätung des Fluges

Startet die Maschine wegen des Streiks erst verspätet, haben Reisende nach der europäischen Fluggastrechte-Verordnung bei Abflugsverzögerungen von zwei Stunden (Kurzstrecken bis 1.500 Kilometer), drei (Mittelstrecken bis 3.500 Kilometer) bzw. vier Stunden (Langstrecken) Anspruch auf kostenlose Betreuung. So hat die Airline auf Wunsch des Reisenden für Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Telexe, Faxe oder E-Mails sowie für notwendige Hotelübernachtungen inklusive Transfer zu sorgen. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Fluggesellschaft die notwendigen Kosten einer Übernachtung im Hotel übernehmen. Wer die Reise nicht mehr antreten will, kann bei einer mindestens fünfstündigen Flugverspätung darauf pochen, das Geld dafür zurückzubekommen.

Flug bei einer Pauschalreise

Ist der Flug Teil einer Pauschalreise, sollte sich der Urlauber an den Reiseveranstalter wenden. Auch er hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Allerdings muss dem Veranstalter in der Regel eine angemessene Frist (einige Stunden) gesetzt werden, um einen solchen Transport zu bewerkstelligen. Ist das gebuchte Flugzeug wegen des Streikes bis zu vier Stunden verspätet, gilt das nach bisheriger Rechtsprechung zum Pauschalreiserecht als bloße Unannehmlichkeit. Erst wenn der Flieger mehr als vier Stunden Verspätung hat, kann – je nach Flugstrecke – ein Reisemangel vorliegen. Dann können fünf Prozent des Tagesreisepreises für jede weitere Verspätungsstunde vom Veranstalter zurückverlangt werden. Urlauber haben außerdem die Möglichkeit, nach ihrer Rückkehr den Reisepreis zu mindern, etwa wenn Reiseleistungen ausgefallen sind.

Die Fluggesellschaften werden nach Angaben des Hamburger Flughafens "voraussichtlich einen Großteil der für Donnerstag geplanten Flüge streichen". Daher sollten sich Passagiere bereits vor der Anreise zum Flughafen bei ihren Airlines über den aktuellen Flugstatus informieren. In Hamburg seien 179 Abflüge geplant. Etwa 17.200 Passagiere dürften von dem Streik betroffen sein.

Die Gewerkschaft will die Mitarbeiter der privaten Sicherheitsbranche nach eigenen Worten "aus dem Niedriglohnsektor befreien". Nach Schätzungen der Betriebsräte arbeiteten mehr als 70 Prozent in der untersten Lohngruppe für 8,23 Euro brutto je Stunde. "Davon bleiben im Monat ganze 983 Euro netto übrig", erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker. Flugassistenten, die eine hohe Verantwortung für den Schutz vor Terroranschlägen hätten, bekämen 1332 Euro netto heraus. Das habe mit angemessener Bezahlung nichts zu tun.

Streik an Flughäfen: Verdi wartet auf neues Angebot der Sicherheitsfirmen

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An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn geht der Streik des Sicherheitspersonal weiter

Verdi fordert für die 34.000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen Lohnerhöhungen zwischen 2,50 und 3,64 Euro je Stunde. Für die 24.000 Beschäftigten der untersten Lohngruppe bieten die Arbeitgeber bisher lediglich 40 Cent mehr an. Die Hamburger Kollegen fordern 2,70 Euro mehr Lohn für die rund 600 Luftsicherheitsassistenten. "Wir müssen vor Beginn der Urlaubssaison zu Potte kommen", sagte ein Sprecher. "Wir würden daher die Streiks abblasen, sollten die Arbeitgeber am Donnerstag bis 14.00 Uhr ein verbessertes Angebot abgeben." Das liegt bislang bei 0,95 Euro.

Am 25. Januar hatte der zweite Streiktag allein am Düsseldorfer Flughafen für Behinderungen gesorgt. 131 Flüge von insgesamt 560 geplanten Verbindungen wurden gestrichen.

Von

rtr

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

13.02.2013, 17:52 Uhr


Auf dem Rücken der Passagiere will die Gewerkschaft Verdi 30% Gehaltserhöhung erpressen.

Die Sicherheitdienste und deren Mitarbeiter haben das Maß aus den Augen verloren. Schmeißt sie raus; auf der Straße warten mehr als genug Menschen, die diesen Job gern machen würden.

Account gelöscht!

13.02.2013, 18:36 Uhr

Wieder einmal nimmt Verdi Geiseln - diese Gewerkschaft ist unerträglich.

Streikopfer

13.02.2013, 19:26 Uhr

Wer meint, zu wenig zu verdienen, sollte sich einen anderen Job suchen, anstatt 100 Tausende Unbeteiligter mit seiner Kurzsichtigkeit Probleme zu bereiten. Und wer keinen anderen Job findet, sollte mal über seine Qualifikation nachdenken.

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