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28.11.2013

07:40 Uhr

Tatort-Bilanz

Der blutrünstige Till Schweiger

Es wurde weniger gemordet, manchmal taten es auch Katz und Maus-Spielchen ganz ohne Tote – das war das Tatort-Jahr 2013. Nur einer fordert Masse statt Klasse: In Till Schweigers erstem Tatort starben die meisten Figuren.

Ist zwar neu im Business, langt aber kräftig hin: Til Schweiger legt als Kommissar Tschiller auch selbst mal eine Person um, etwa bei seinem Debüt. dpa

Ist zwar neu im Business, langt aber kräftig hin: Til Schweiger legt als Kommissar Tschiller auch selbst mal eine Person um, etwa bei seinem Debüt.

BerlinWeniger Leichen in Deutschlands beliebtester Krimireihe: 76 Tote wird es am Ende des Jahres beim ARD-„Tatort“ gegeben haben. Das hat die Fan-Seite „tatort-fundus.de“ für die 37 Erstausstrahlungen 2013 errechnet. Im Vorjahr hatte es bei weniger Filmen mehr Leichen gegeben: und zwar 88 Tote in 35 Krimis.
Der „Tatort“ mit den meisten Leichen war Til Schweigers Einstand am 10. März. Am Ende der Handlung von „Willkommen in Hamburg“ waren sieben Figuren gestorben. Nur ein „Tatort“ kam 2013 dagegen ganz ohne Leiche aus: der Berliner Fall „Machtlos“ vom 6. Januar.
„Tatort-Fundus“ führt auch Buch über die häufigsten Todesarten: Auf Rang 1 liegt die Methode Erschießen (23 Leichen), auf Rang 2 Erstechen (elf), auf Rang 3 das Erschlagen (sieben), die viertmeisten Opfer fanden ihren Tod durch Ersticken (fünf). An fünfter Stelle liegen gleichauf Tod durch Erdrosselung oder (nach Bewusstlosigkeit) Ertrinken (jeweils drei). Die einzige Giftleiche des Jahres gab es im Münchner „Tatort: Aus der Tiefe der Zeit“ von Dominik Graf.
François Werner, „Tatort-Fundus“-Betreiber in Mannheim, erklärte seine Leichen-Zählweise: „Wir zählen 'aktive' Leichen, also die, die während der Handlung zu Leichen werden und nicht die, die in der Geschichte Erwähnung finden oder früher gestorben sind.“


Auch mit der Geschlechterverteilung der Mörder und Opfer haben sich die Experten beschäftigt: Bei 54 Toten war der Mörder männlich, bei 21 weiblich. In einem Fall („Feuerteufel“ vom 28. April mit Wotan Wilke Möhring) trieb eine Bürgerwehr von Männern und Frauen gemeinsam jemanden in den Tod. Bei den Opfern waren 69 Prozent, nämlich 53 Leichen, männlich und 31 Prozent weiblich.
Auch 2013 starben wieder Filmfiguren durch Ermittler: So griffen etwa der Frankfurter Kommissar Steier, gespielt von Joachim Król, und der Hamburger Kommissar Tschiller, den Til Schweiger verkörpert, zu ihrer Dienstwaffe und töteten.
In den meisten „Tatort“-Krimis taucht die Leiche übrigens in den ersten fünf bis zehn Minuten auf. Die „schnellste Leiche“ 2013 war im Münster-„Tatort“ namens „Die chinesische Prinzessin“ vom 20. Oktober zu sehen: 36 Sekunden nach dem Vorspann. Die „späteste Leiche“ dagegen bot der Bodensee-„Tatort“ mit dem Titel „Die schöne Mona ist tot“ vom 3. Februar: und zwar erst nach 86 Minuten.
Die ARD-Reihe „Tatort“ gibt es seit 1970 – seitdem wurden etwa 900 Krimis mit dem Vorspann produziert. 2014 werden 22 Teams für verschiedene Rundfunkanstalten im Einsatz sein. Zuletzt hatte der Bayerische Rundfunk (BR) einen neuen Franken-„Tatort“ angekündigt, in dem die Schauspieler Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs agieren, unterstützt unter anderem von dem Würzburger Kabarettisten Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig.

Von

dpa

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