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26.12.2013

14:11 Uhr

Tatort Weimar

Das neue Traumduo

VonTimo Steppat

Nora Tschirner und Christian Ulmen ermitteln an Weihnachten zum ersten Mal. Sie müssen in ihrem Fall das Verschwinden der Weimarer Würstchen-Königin Brigitte Hoppe aufklären. Ein lahmer Plot mit zwei starken Ermittlern.

Die muss verdammt lecker sein, diese „fette Hoppe“: Das neue Tatort-Duo Nora Tschirner und Christian Ulmen posier bei der Voraufführung ihres Filmes mit lokalen Spezialitäten, Thüringer Rostbratwürsten. dpa

Die muss verdammt lecker sein, diese „fette Hoppe“: Das neue Tatort-Duo Nora Tschirner und Christian Ulmen posier bei der Voraufführung ihres Filmes mit lokalen Spezialitäten, Thüringer Rostbratwürsten.

Der Theaterplatz von Weimar ist abgesperrt, bloß ein paar Tauben kratzen noch über das Kopfsteinpflaster. Kommissar Lessing (Christian Ulmen) läuft breitbeinig, ganz im Stil eines Westernhelden auf das Rathaus zu, in der Hand eine Pizzaschachtel. Vor nicht mal fünf Minuten ist der Neue aus Hamburg mit dem Wohnmobil in die Stadt gerollt und schon will er eine Geiselnahme beenden. Die schwangere Kollegin Kira Dorn (Nora Tschirner) ist mit einem Trick ratzfatz aus dem Griff des Gangsters befreit und Lessing will ihm schon die Handschellen anlegen, da löst sich die Anspannung. Routiniert gibt Dorn den Funkspruch ab: „Hans liegt am Boden. Wir kommen raus.“ Und Lessing fragt verdattert: „War das 'ne Übung?“

Ja, es war eine Übung – und sie diente in erster Linie dazu, die neuen Ermittler vorzustellen, mit dem eigentlichen Fall hat das wenig zu tun. Christian Ulmen und Nora Tschirner bilden als Kommissare Lessing und Dorn das Team des neuen Weimarer Tatorts.

Der Krimi beginnt erst etwas später: Das Auto der Wurstfabrikantin Brigitte Hoppe (Elke Wieditz) steht im Parkverbot. Im Kofferraum befindet sich ein riesiger Blutfleck, ein Metzger-Beil auf der Rückbank und die Handtasche der Fahrzeughalterin auf dem Beifahrersitz. Für Kommissarin Dorn ist klar: Brigitte Hoppe hat ihr Auto nicht freiwillig verlassen. Beim Besuch von Sigmar Hoppe (Stephan Grossmann), dem etwas weichlichen Sohn, der ständig Nasenbluten hat, erfolgt der Erpresseranruf. 45.000 Euro soll Hoppe Junior in einer Mülltonne deponieren, damit seine Mutter freikommt. Bei der Übergabe machen sich so einige Personen verdächtig. Die Chefin des Ordnungsamtes Frau Olm (Ramona Kunze-Libnow) greift sich das Geld, behauptet aber, es im Fundbüro abgeben zu wollen. Seltsam verhält sich auch der stadtbekannte Kutscher Casper Bogdanski (Dominique Horwitz). Möglich erscheint auch, dass Sigmar Hoppe und seine heimliche Geliebte Nadine Reuter zum eigenen Vorteil die Entführung vortäuschen. Damit beginnt die übliche Polizeiarbeit: Die Verdächtigen werden verhört, Motive besprochen und Alibis überprüft. Spannend ist das allerdings nicht.

Kommentare (2)

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30.12.2013, 18:42 Uhr

Thüringer Bratwurst macht noch keine FilmheldInnen!
Psychologisch überzeugend? Kaum! Plot mit Widersprüchen – typisch für eine Vielzahl von Regionalkrimis.
Komik-Auftritte will das Drehbuch, doch dann entsteht Langweile. Niemand will Ulknudeln als Ermittler. Manchen Schauspielern ist die Szene auf den Leib geschrieben – sie sind nicht „universell verwendbar“. Drehbuchautoren wissen dies, ebenso Regisseure. Viele Handlungen rutschen ins Satirische. Gerechtfertigt wäre dies höchstens bei Kavaliersdelikten - analog "Leidgenossen zwischen Krummer Lanke, Reichstag und Gedächtniskirche", 12/2013 oder “Wie Protagonisten zu Komparsen werden“. Sogenannte Fressszenen bewirken, das Darsteller nicht ernst genommen werden.



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30.12.2013, 19:40 Uhr

Korrektur 2. Zeile von unten -visier 30. 12. 13:
dass anstelle das

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