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09.01.2011

17:04 Uhr

Tauwetter

Hochwasser bedroht deutsche Städte

Schmelzende Schneemassen lassen derzeit die deutschen Flüsse anschwellen und versetzen die Einwohner in Hochwasserangst. Drei Menschen sind bisher durch das Tauwetter ums Leben gekommen. Der Höhepunkt des Hochwassers wird vielerorts an diesem Montag erwartet.

Etliche Straßen sind durch das Tauwetter überflutet worden. dpa

Etliche Straßen sind durch das Tauwetter überflutet worden.

HB BERLIN. Tauwetter und Regen haben viele deutsche Flüsse über die Ufer getrieben und Städte überschwemmt. In Koblenz und Hannoversch Münden liefen am Sonntag Keller voll. In Mosel-Orten wie Cochem und Zell stand das Wasser meterhoch. In Weimar war der zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Ilmpark geflutet, in Köln das Rheinufer, in Sömmerda (Thüringen) der Stadtpark. In Süddeutschland forderten Hochwasser und Tauwetter mindestens zwei Todesopfer. In vielen Teilen Deutschlands sind Brücken und Straßen gesperrt. Der Höhepunkt des Winterhochwassers wird vielerorts an diesem Montag erwartet. Das mildere Wetter weicht ab Montag wieder mehr Kälte.

Bei Pforzheim in Baden-Württemberg wurde ein 50 Jahre alter Kajakfahrer am Samstag tot aus der Enz gezogen. Er hatte das Hochwasser offenbar unterschätzt. Die Polizei ging davon aus, dass er aus seinem Boot fiel und wegen der starken Strömung nicht mehr zurückklettern konnte. Im niederbayerischen Kelheim lösten die milden Temperaturen eine Dachlawine aus, die einem 67-Jährigen ein Gerüstteil tödlich an den Kopf schlug.

Das Hochwasser an Rhein und Mosel ließ am Sonntag in Koblenz viele Keller volllaufen. Den Höchststand des Rheins von 7,50 bis 8,00 Metern wurde für Montagabend erwartet. Ab einer Höhe von 7,20 Metern wird in Koblenz das Deutsche Eck überschwemmt, an dem die Mosel in den Rhein fließt. Bei den großen Hochwassern 1993 und 1995 hatte der Wasserstand in Koblenz die Neun-Meter-Marke überschritten.

In Zell, wo die Mosel am Samstag in die Stadt gelaufen war, gab es noch keine Entwarnung. Auch in der bekannten Weinstadt Cochem stand das Wetter meterhoch.

In Köln erreichte der Rheinpegel am Sonntagnachmittag 8,30 Meter. Die Schifffahrt wurde eingestellt. Nach Auskunft der Hochwasserschutzzentrale wurden auf einer Länge von 1,3 Kilometern entlang des Stroms Schutzwände aufgestellt. Der Scheitelpunkt des Hochwassers wird voraussichtlich am Dienstag mit einem Pegel von rund neun Metern erreicht sein. Der Stadtteil Kasselberg wurde am Sonntag zur Insel. Dort verbindet nun eine Fähre die Bewohner mit dem Festland. Auch in Rodenkirchen und Porz-Zündorf hielten Boote für die Bewohner überfluteter Straßenzüge den Kontakt zur Außenwelt aufrecht.

Das Ruhr-Hochwasser machte der Feuerwehr vor allem in Bochum zu schaffen, wo Wasser beispielsweise in eine Gaststätte floss.

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