Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2011

10:21 Uhr

Tauwetter

Hochwasserpegel und Alarmstufen steigen

Nach dem Schnee kommt das Wasser, und an den deutschen Flüssen steigen die Alarmstufgen: Das einsetzende Tauwetter lässt in vielen Regionen Deutschlands die Flüsse anschwellen. In Koblenz droht die Überflutung der Altstadt und des Bundesgartenschau-Geländes. An der Ostsee räumen Eisbrecher die Mündung der Oder frei.

Land unter in Brandenburg: Nur noch wenige Zentimeter ragt dieses VErkehrsschild in Hohensaaten aus der Oder. Am Grenzfluss gilt derzeit die höchste Alarmstufe, weil Treibeis die Pegel steigen lässt. dpa

Land unter in Brandenburg: Nur noch wenige Zentimeter ragt dieses VErkehrsschild in Hohensaaten aus der Oder. Am Grenzfluss gilt derzeit die höchste Alarmstufe, weil Treibeis die Pegel steigen lässt.

HB BERLIN/OFFENBACH. Tauwetter und Regenfälle lassen viele Flüsse in Deutschland bedrohlich anschwellen, an Rhein und Mosel wird für das Wochenende die Überflutung von Wohngebieten erwartet. Am Rhein-Pegel Koblenz wird mit einem Wasserstand von acht Metern gerechnet. „Das war zuletzt 2001 der Fall“, sagte ein Behördensprecher. Bei rund 7,20 Metern werde bereits das Deutsche Eck überflutet. Die Feuerwehr geht daher davon aus, dass das Wasser unter anderem in die nahe Altstadt strömt. Auch die Bundesgartenschau macht ihre Baustellen am Fluss hochwasserfest. Den Prognosen zufolge soll der Höchststand des Rheins erst Anfang kommender Woche erreicht werden.

Auch an der Mosel wird das Hochwasser nach Einschätzung von Experten im Laufe des Freitags rasch auf acht Meter steigen und am Wochenende neun bis zehn Meter erreichen. Bei sechs bis acht Metern würden einige Uferstraßen an der Mittelmosel überschwemmt. Bei über neun Metern seien auch Häuser einzelner Ortschaften betroffen. In Traben-Trarbach etwa laufen dann im Stadtteil Traben Keller voll. Sandsäcke und Pumpen liegen bereit.

Mit 13 Eisbrechern versuchen die polnischen Behörden, einen 40 Kilometer langen Stau an der Oder zwischen Stettin und Swinemünde freizuräumen und eine drohende Überschwemmung abzuwenden. Auch drei andere Schiffe sowie ein Hubschrauber beteiligten sich an der Aktion. Die Einsatzkräfte wollen zunächst einen Weg für die in die Ostsee abfließenden Eisschollen bahnen. Danach sollen die Eisstaus durchbrochen werden.

Auch in Hessen sind die Pegel der Flüsse bedrohlich gestiegen. In Ost- und Südhessen wurden am Freitag ufernahe Grundstücke und Straßen überschwemmt, wie das Landesamt für Umwelt und Geologie mitteilte. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach gab eine entsprechende Unwetterwarnung heraus. Ein Sprecher sagte: „Die Temperatur steigt weiter an, so dass sich das teils unwetterartige Tauwetter fortsetzt.“ Zudem erwarten die DWD-Meteorologen weiter starke Niederschläge - vor allem in Südhessen. Der Main und die Lahn traten jedoch zunächst noch nicht über die Ufer.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×