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21.10.2013

22:38 Uhr

Teenager feuert um sich

Erneute Schießerei an US-Schule endet mit zwei Toten

Ein neuer Amoklauf an einer Schule schockiert die USA. Ein Lehrer starb beim Versuch, den jugendlichen Schützen aufzuhalten. Dieser richtete sich nach seinem Feldzug offenbar selbst.

USA

Tote nach Schießerei

USA: Tote nach Schießerei

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SparksEin Schüler hat im US-Staat Nevada vor Unterrichtsbeginn um sich geschossen und einen der Lehrer seiner Schule getötet. Zudem verletzte der Teenager am Montag zwei Jungen schwer, wie die Polizei in der Stadt Sparks mitteilte. Auch der Angreifer sei tot - möglicherweise durch Selbstmord. Die Polizei habe keinen Schuss abgegeben, hieß es.

Name und Alter des mutmaßlichen Täters wurden zunächst nicht veröffentlicht, auch nicht die des Todesopfers. In die Sparks Middle School gehen rund 700 Schüler der siebten und achten Klasse im Alter von normalerweise zwölf bis 13 Jahren. Sparks liegt östlich von Reno und hat etwa 90 000 Einwohner.

Der getötete Lehrer soll versucht haben, den Schützen aufzuhalten, wie die Behörden mitteilten. „Für mich ist er ein Held“, sagte der stellvertretende Polizeichef von Reno, Tom Robinson. Das Motiv des Schützen war zunächst unbekannt.
Der demokratische Mehrheitsführer im US-Senat, Harry Reid, drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Auch der Gouverneur von Nevada, Brian Sandoval, zeigte sich traurig und bestürzt.

Augenzeugen zufolge fielen die Schüsse an der Sparks Middle School vor Unterrichtsbeginn gegen 7.15 Uhr (Ortszeit). „Wir waren in der Nähe des Basketballfeldes und hörten einen lauten Knall“, zitierte die Zeitung „Reno Gazette Journal“ einen 13-jährigen Schüler. Der Schütze habe die Waffe auf einen Lehrer gerichtet, der ihm gesagt habe, sie wegzulegen. „Und dann hat der Schüler einen Schuss abgegeben, der Lehrer fiel zu Boden und alle sind weggerannt“, fügte der Junge an.

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„Wir sind über ein Feld gelaufen, um uns irgendwo in Sicherheit zu bringen“, sagte er dem "Reno Gazette Journal“ weiter. „Während wir liefen, haben wir vier oder fünf weitere Schüsse gehört.“ Bei dem getöteten Lehrer soll es sich den Angaben zufolge um einen bei den Schülern beliebten Mathematiklehrer handeln. Die Polizei brachte die Lage unter Kontrolle. „Die Schulen sind sicher, die Stadt ist sicher“, sagte der stellvertretende Polizeichef von Reno, Tom Robinson, vor Journalisten.

In den USA werden Schulen immer wieder zum Schauplatz blutiger Schießereien. Im Dezember 2012 sorgte ein Amoklauf an einer Grundschule in Newtown im Bundesstaat Connecticut für Entsetzen. Ein junger Mann erschoss dort 26 Menschen, darunter 20 kleine Kinder. Die Tat heizte die Debatte über die laxen Waffengesetze des Landes an, eine Verschärfung der Regelungen scheiterte aber im Frühjahr im Kongress.

In Nevada gab es am Montag eine weitere tödliche Schießerei. In einem Nachtclub in der Spielerstadt Las Vegas wurde nach Polizeiangaben ein Mann getötet. Drei Wachleute seien verletzt worden. Ein Besucher eines Nachtclubs habe sein Eintrittsgeld zurückverlangt, daraufhin sei es zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und den Sicherheitsleuten des Clubs gekommen.

Vor knapp einem Jahr hatte eine Schießerei an einer Grundschule in Connecticut ebenfalls Bestürzung und eine Debatte über strengere Waffengesetze ausgelöst. Präsident Barack Obama hatte eine Verschärfung aber nicht durchsetzen können.

Kommentare (3)

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RumpelstilzchenA

22.10.2013, 08:41 Uhr

Das ist Amerika, das Land der Schießeisen und der grenzenlosen Zufriedenheit!
Für Deutschland nachahmungswürdig!?

walter.drews

22.10.2013, 10:39 Uhr

Ich bin es müde solche Nachrichten zu lesen. Schießereien sind nun mal ein alter Brauch in den USA. Und die Mehrheit der US-Amerikaner will auch nichts daran ändern. Sollen sie also weitermachen. Denn sie werden es nie lernen!

Andreas

22.10.2013, 10:42 Uhr

Und am gleichen Tag sind in den USA laut Statistik 90 Menschen im Straßenverkehr getötet wurden. Warum sind die hier nicht erwähnt?

Das am häufigsten verwendete Tötungsinstrument in den USA ist der Baseballschläger. Wann bemüht sich endlich mal jemand dieses schreckliche Mordwerkzeug zu verbieten?

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