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08.03.2013

13:37 Uhr

Temperatursturz

Der Winter kehrt zurück

Doch noch kein Frühling: Tief „Wolfgang“ lässt Deutschland frieren. Bis Montagmittag versinkt das ganze Land unter einer Schneedecke. Die Temperaturen stürzen binnen weniger Tage um 20 Grad.

Die Kaltfront kehrt zum Wochenende zurück. dpa

Die Kaltfront kehrt zum Wochenende zurück.

DüsseldorfWer sich schon über den Frühlingsbeginn gefreut hat, wird bitter enttäuscht, denn Tief „Wolfgang“ bringt am Wochenende den Winter zurück. Die Kaltfront werde am Freitag im Norden ankommen und dort die Temperaturen auch tagsüber nahe null Grad sinken lassen, sagte Meteorologe Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Nördlich einer scharfen Luftmassengrenze, die langsam Richtung Alpen vorankommt und die milde Mittelmeerluft wegschiebt, schneit es. Im Rest Deutschlands gibt's zunächst noch zweistellige Tagestemperaturen, Regen und milde 15 Grad. Doch die Kälte zieht am Wochenende weiter nach Süden. Bereits Sonntag wird in der Mitte Deutschland Schnee fallen. Ab Montagmorgen ist dann in ganz Deutschland Schneeschippen angesagt.

Wissenswertes zum Wetter

Begriff Wetter

Der Begriff Wetter stammt vom althochdeutschen Wetar ab und bedeutet soviel wie Wind oder Wehen. Der Meteorologe versteht darunter den Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Wetterfrosch

Der Wetterfrosch ist eigentlich ein Laubfrosch. Sein Mythos geht darauf zurück, dass er bei sonnigem Wetter an bodennahen Pflanzen hochklettert, weil die Insekten, die ihm als Nahrung dienen, bei Sonne höher fliegen als sonst. Daraus entstand die Vorstellung, er könne das Wetter nicht nur anzeigen, sondern sogar vorhersagen. Die Menschen sperrten den Frosch in ein Glas ein, in dem sich eine kleine Leiter befand. Stieg er darauf, war das ein Zeichen für gutes Wetter.

Ursprünge der Wettervorhersage

1592 erfand Galileo Galilei das Thermoskop - den Vorfahren unseres heutigen Thermometers. Als sein Lehrling Evangelista Toricelli wenige Jahre später das erste Barometer konstruierte, war der erste große Schritt in Richtung Wettervorhersage getan.

Pfälzische Meteorologische Gesellschaft

Das erste organisierte Wetterbeobachtungsnetz der Welt wurde im Jahr 1780 in Mannheim gegründet: Die Pfälzische Meteorologische Gesellschaft. Schon bald umfasste das Netz 39 Stationen, verteilt auf die ganze Welt.

Beeinflussung

Seit den 1950er Jahren ist es möglich, Wolken künstlich abregnen zu lassen. Versuche im großen Maße zur Beeinflussung des Wetters werden vor allem in China vorgenommen. Die Volksrepublik unterhält ein staatliches „Wetteränderungsamt“. Bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 sorgte dieses für Schönwetter, indem Flugzeuge Chemikalien versprühten, die Regenwolken entfernt von der Hauptstadt abregnen ließen.

Sonne sorgt für gute Laune

Sonne wirkt sich auf unser Gemüht aus. Lässt sie sich über lange Zeit nicht blicken, wird der Mensch schneller reizbar. Diese Verstimmung kann zu einer richtigen Winterdepression auswachsen. Warum das so ist? Die Sonne setzt neben Vitamin D auch Endorphine, also Glückshormone, frei.

Am Samstag liegt die Luftmassengrenze auf einer Linie vom südlichen Emsland über das südliche Niedersachsen, Sachsen-Anhalt bis nach Sachsen und Thüringen. An der Grenze selber fällt teils gefrierender Regen, nördlich davon Schnee. Die Temperatur erreicht dort null bis vier Grad. Weiter südlich kann es noch einmal frühlingshaft mild bei 16 Grad werden, mancherorts fällt Regen. Am Sonntag kommt die Luftmassengrenze weiter nach Süden voran und erreicht nun den Norden von Nordrhein-Westfalen, das nördliche Hessen, Thüringen und Sachsen.

Schon am Freitag herrschte ein starkes Temperaturgefälle: Am Mittag meldete der DWD von den Küsten Werte um zwei Grad plus, zur selben Zeit herrschten im Westen 14 Grad, aus Frankfurt wurden 15 und aus Mannheim 16 Grad gemeldet. Ungewöhnlich ist dieses Auf und Ab aus Sicht der Meteorologen nicht: Der März sei ein Übergangsmonat und bekannt für extreme Temperaturschwankungen.

Besonders problematisch ist die Rückkehr der Kälte für die tierischen Winterschläfer. Mit den ersten Sommerstrahlen sind einige von ihnen aus ihrem Schlaf erwacht, nun müssen sie bei Minusgraden ihre Körpertemperatur hochfahren. Zu ihnen gehört die Hummel. Ihr reichen ein paar Tage bei fünf Grad, um ihre Schlummerhöhle zu verlassen. Steigt die Temperatur dann auf zehn Grad wagt sie ihren ersten Ausflug im neuen Jahr.

Aber auch Igel, Eidechsen und Erdkröten sind mittlerweile wieder erwacht und machen sich auf die Suche nach Futter, um das verlorene Gewicht wieder auszugleichen. Lediglich Siebenschläfer und Murmeltier werden von der Rückkehr des Winter nichts mitbekommen. Sie wachen erst langsam im April, beziehungsweise Mai, wieder auf. Hoffentlich hat spätestens dann der Frühling richtig begonnen.

Von

dpa

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