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11.03.2012

13:03 Uhr

Terror in Kenia

Blutiger Anschlag in Nairobi

Die Al-Schabaab-Milizen sorgen in Kenia für Terror. Bei einem erneuten Anschlag starben am Samstag sechs Menschen, als mehrere Sprengsätze an einem Busbahnhof zündeten. Die Region wird zunehmend destabilisiert.

Sicherheitskräfte haben den Ort des Anschlags abgesperrt. AFP

Sicherheitskräfte haben den Ort des Anschlags abgesperrt.

Addis Abeba / NairobiNach dem Blutbad auf einem Busbahnhof in der kenianischen Hauptstadt Nairobi ist die Zahl der Opfer am Sonntag auf sechs gestiegen. Drei Menschen kamen sofort ums Leben, als unbekannte Täter am Samstagabend mehrere Sprengkörper aus einem Auto heraus in eine Menschenmenge an der „Country Bus Station“ warfen. Drei weitere erlagen später ihren schweren Verletzungen. Mindestens 68 Menschen seien verletzt worden und vier würden vermisst, teilte das Internationale Rote Kreuz mit.

Nach Angaben der Zeitung „The Standard“ liegen mehrere Menschen in kritischem Zustand auf der Intensivstation. „Es gibt Befürchtungen, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte“, hieß es.

Die Polizei verdächtigt die islamistische Miliz Al Schabaab aus dem Nachbarland Somalia. Jedoch bekannte sich bis zum Sonntag niemand offiziell zu der Tat. „Das sind keine einfachen Kriminellen. Die Attacke war gut geplant, und den Waffen und der Taktik nach zu urteilen war das wahrscheinlich eine ausgebildete Terrorgruppe“, sagte ein Polizeioffizier.

Es ist der erste Anschlag dieser Art seit vergangenem Oktober. Damals waren bei Angriffen mit Granaten in Nairobi und an der somalischen Grenze mehrere Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Die Anschläge wurden ebenfalls der Al Schabaab zugeschrieben und als Reaktion auf die Entsendung kenianischer Truppen in das Nachbarland gesehen.

Kenia hatte in Somalia eingegriffen, nachdem mehrere europäische Touristen und Entwicklungshelfer von kenianischem Boden aus in das Nachbarland verschleppt worden waren. Nairobi befürchtete wegen der Entführungen negative Auswirkungen auf den für das Land wichtigen Tourismus.

Die Al Schabaab in Somalia kämpft seit fünf Jahren gegen die von der internationalen Gemeinschaft unterstützte Übergangsregierung in Mogadischu. Sie hat sich zu zahlreichen blutigen Anschlägen bekannt. Bereits vor Monaten sind die Rebellen weitgehend aus der Hauptstadt vertrieben worden. Jedoch sind sie nach wie vor im Zentrum und Süden des Landes aktiv.

Von

dpa

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