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16.04.2014

06:50 Uhr

Terrorangst

Evakuierung am Jahrestag des Anschlages in Boston

In Boston liegen die Nerven blank. Zwei verdächtige Rucksäcke lösten ein Jahr nach dem Anschlag auf den Marathonlauf in der Stadt einen Bombenalarm aus. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Kurz nach Gedenkfeier

Verdächtige Rucksäcke in Boston gesprengt

Kurz nach Gedenkfeier: Verdächtige Rucksäcke in Boston gesprengt

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BostonZwei verdächtige Rucksäcke haben am Jahrestag des Anschlags auf den Marathon in Boston einen Bombenalarm ausgelöst. Die beiden Taschen wurden am Dienstag nur wenige Stunden nach den Feierlichkeiten zum Gedenken an die Opfer des Attentats im Zielbereich der Strecke entdeckt - genau dort, wo vor einem Jahr zwei Sprengsätze in Rucksäcken detonierten.

Wie die Polizei der Stadt beim Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, zerstörten Experten eines Bombenentschärfungskommandos die Rucksäcke. Die Polizei sprach von einer Vorsichtsmaßnahme. Ein verdächtiger Mann wurde den Angaben zufolge festgenommen. Die Gegend wurde abgesperrt.

Terror bei Sportereignissen

1972 München

Während der Olympischen Spiele in München im Jahr 1972 wurden elf israelische Sportler von palästinensischen Terroristen der Gruppe „Schwarzer September“ als Geiseln genommen – Ziel war die Freipressung von Gefangenen. Beim gescheiterten Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck starben alle noch lebenden Geiseln, ein Polizist und fünf der Terroristen.

1996 Atlanta

Im Olympia-Park von Atlanta explodierte während der Olympischen Spiele 1996 eine Bombe. Die Explosion tötete zwei Personen, mehr als 100 wurden verletzt. Täter war ein Anti-Abtreibungs-Aktivist.

2002 Madrid

Die baskische Terrorgruppe ETA brachte Anfang Mai 2002 eine Bombe im Vorfeld eines Champions-League-Halbfinalspiels zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona zur Explosion. In weniger als 100 Metern Entfernung zum Stadion Santiago Bernabéu ging ein Sprengsatz hoch. Es gab keine Todesopfer.

2008 Rallye Dakar

Die berühmte Rallye wurde im Jahr 2008 abgesagt. Terrorwarnungen für Mauretanien hatten die Veranstalter dazu bewogen.

2009 Lahore

Der Mannschaftsbus des Cricket-Nationalteams von Sri Lanka wird in der pakistanischen Stadt Lahore von einer Gruppe bewaffneter Täter beschossen, die vermutlich dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe standen. Sechs Nationalspieler werden verletzt, sechs Polizisten und zwei Zivilisten sterben.

2013 Boston

Zwei Explosionen erschüttern den Bereich des Zieleinlaufs des Boston Marathons am 15. April 2013. Drei Menschen sterben noch am selben Tag, weit über 100 sind verletzt, einige von ihnen sehr schwer. Über die Hintergründe des Vorfalls herrscht zunächst Unklarheit.

US-Medien berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, einer der gefundenen Rucksäcke sei gesprengt worden. In einem wurde offenbar ein Reiskocher gefunden. Der zweite gehörte demnach einem Medienvertreter. Bei dem Festgenommenem handelt es sich demnach offenbar um einen psychisch gestörten Mann. Ihm wird nach Angaben des Senders NBC Besitz einer Bombenattrappe und Randalieren vorgeworfen. Die Sprengsätze an der Ziellinie des Marathons im vergangenen Jahr waren aus ähnlichen Druckkochtöpfen hergestellt worden.

Bei dem Attentat vor einem Jahr waren drei Menschen ums Leben gekommen, darunter ein achtjähriger Junge. 260 Menschen wurden verletzt. Der mutmaßliche Attentäter Dschochar Zarnajew, dessen Bruder bei einem Schusswechsel mit der Polizei kurz nach dem Anschlag getötet wurde, wartet in isolationsähnlicher Haft auf seinen Prozess. Der Anschlag am 15. April 2013 war die bislang einzige größere Terrorattacke in den USA seit dem 11. September 2001.

Bei der Gedenkfeier am Dienstag hatte Vizepräsident Joe Biden erklärt, Amerika werde niemals vor dem Terror weichen. Der diesjährige Boston Marathon findet kommende Woche statt.

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