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06.09.2011

22:27 Uhr

Theodor-Wolff-Preis

Ausgezeichnete Leistungen, ausgezeichnete Journalisten

Ein Brief an eine zum Tode verurteilte Frau im Iran oder das Porträt eines Zugnomaden. Für ihre herausragenden Leistungen sind fünf Journalisten und ein Publizist mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet worden.

Publizist Klaus Harpprecht (84) wurde mit dem Preis für sein Lebenswerk geehrt. picture alliance / dpaPR

Publizist Klaus Harpprecht (84) wurde mit dem Preis für sein Lebenswerk geehrt.

BonnFünf Journalisten sind für ihre herausragenden Zeitungsartikel in Bonn mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet worden. Außerdem erhielt der Publizist Klaus Harpprecht (84) am Dienstag den Preis für sein Lebenswerk. Die Zeitung entwickelt sich nach Aussage des Bonner Verlegers Hermann Neusser („General-Anzeiger“) immer stärker zum Hintergrund- und Analysemedium: „Die globalisierte, komplexe Welt schreit nach Übersetzern und Vermittlern“, sagte Neusser laut dem vorab veröffentlichten Redemanuskript.

Die Publizistin Mely Kiyak (Jahrgang 1976) erhielt den mit 6.000 Euro dotierten Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie Kommentar/Glosse/Essay für eine Kolumne, die in der „Berliner Zeitung“ und der „Frankfurter Rundschau“ veröffentlicht wurde. Kiyak verfasste sie als Brief an eine zum Tode verurteilte Frau im Iran. Es wäre naiv zu glauben, Journalismus könne solch eine Steinigung verhindern, sagte Kiyak. „Journalismus kann nur helfen, Menschen, die an einem Ort sind, zu erzählen über Menschen, die tausende Kilometer entfernt von uns sind.“ Im besten Fall könnten solche Texte dann Kettenreaktionen auslösen, die etwas bewirken, sagte Kiyak.

In der Sparte Lokales setzten sich Rena Lehmann (34) und Jan Rübel (41) durch. Lehmann beschrieb in der „Rhein-Zeitung“, welche Folgen es hatte, dass eine Lehrerin einem muslimischen Jungen versehentlich ein Schweineschnitzel servierte. Rübel nahm in der „Berliner Morgenpost“ eine Tanzveranstaltung für Alzheimerpatienten zum Anlass für eine Reportage über die Auswirkungen der Krankheit.

In der Kategorie Allgemeines überzeugten Uwe Ebbinghaus (39) von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und Kirsten Küppers (39) von der „taz“. Ebbinghaus porträtierte einen Zugnomaden, einen Mann, der in Zügen lebt und sich das Geld für die Jahreskarte mit Flaschensammeln verdient. Küppers beschreibt, wie eine türkische Lehrerin im Gefängnis ihr Gesicht verliert - buchstäblich und brutal, nicht im übertragenen Sinn - und wie Ärzte in Deutschland ihr helfen.

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