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18.11.2016

13:47 Uhr

Thomas Manns Villa bei Los Angeles

Bundesrepublik kauft das „Weiße Haus des Exils“

Zehn Jahre lebte und schrieb Thomas Mann in seinem Haus im US-Exil. Nun wird die Villa verkauft. Aufgrund von Abrissbefürchtungen erwirbt die Bundesrepublik das Anwesen – und plant eine Begegnungsstätte.

Die Bundesregierung hat schwierige Verhandlungen mit einem US-Makler erfolgreich abgeschlossen. Foto: Unbekannt/Thomas-Mann-Archiv der ETH Zürich, undatierte Aufnahme dpa

Thomas Mann-Villa in Pacific Palisades

Die Bundesregierung hat schwierige Verhandlungen mit einem US-Makler erfolgreich abgeschlossen.

Foto: Unbekannt/Thomas-Mann-Archiv der ETH Zürich, undatierte Aufnahme

Berlin/Pacific PalisadesDeutschland hat die Villa von Thomas Mann in Kalifornien gekauft. Sie wird künftig – ähnlich wie die nur wenige Kilometer entfernte Villa Aurora – als Ort für Künstler und für den kulturellen Austausch genutzt. „Ich freue mich, dass es gelungen ist, das Thomas-Mann-Haus für Deutschland zu erhalten“, teilte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Freitag in Berlin mit. Er würdigte die Villa als das „Weiße Haus des Exils“. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ über den Kauf berichtet.

Eine auf Luxusanwesen spezialisierte Makler-Firma hatte die Villa in Pacific Palisades zuletzt für umgerechnet 12,5 Millionen Euro angeboten. Weil das Haus nicht unter Denkmalschutz steht, hatte es Befürchtungen gegeben, ein privater Investor könne es kaufen und für einen lukrativen Neubau abreißen.

Bundespolitiker und eine Online-Petition setzten sich dafür ein, dass Deutschland das Thomas-Mann-Haus erwirbt. Anfang September plädierte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) für einen Ankauf. Nun ist dieser unter Dach und Fach. Eine Kaufsumme wurde offiziell nicht genannt.

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„Mir geht es um eine Kulturpolitik, die für die soziale, die Mut machende Kraft von Kultur steht, und um eine Kulturpolitik, die Gesellschaften über Grenzen hinweg verbindet“, sagte Steinmeier. Das Konzept soll gesellschaftliche Themen auf beiden Seiten des Atlantiks aufgreifen, erklärte das Auswärtige Amt. Hierzu gehörten Identität, Migration und Integration, aber auch Flucht und Exil.

Die Familie Mann hatte nach der Emigration aus Nazi-Deutschland von 1942 an zehn Jahre in dem Haus am Westrand von Los Angeles gelebt. Thomas Mann (1875-1955) schrieb dort Werke wie „Joseph, der Ernährer“, „Doktor Faustus“ und „Der Erwählte“. Den Schlüssel für die Villa hat die Bundesrepublik bereits: Bei einem Begehungstermin nahm ihn die Bundestagsabgeordnete Doris Barnett (SPD) entgegen.

Mit der Villa Aurora verfügt die Bundesrepublik in Los Angeles bereits über eine kulturelle Begegnungsstätte. Es handelt sich um das frühere Haus des Schriftstellers Lion Feuchtwanger und seiner Frau Marta. Es war ein Treffpunkt prominenter Emigranten aus Nazi-Deutschland, unter ihnen Bertolt Brecht, Arnold Schönberg, Kurt Weill, Theodor Adorno und Albert Einstein. Auch Thomas Mann war hier häufig zu Gast.

Von

dpa

Kommentare (1)

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18.11.2016, 13:30 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

Aber immer gerne, dafür gebe ich und Herr von Horn uns richtig Mühe.
Nicht einfach den ganzen Tag zu allen Artikeln Kommentare zu schreiben.
Da muss man schon einen breit aufgestellten Sachverstand haben. Danke

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