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09.01.2010

13:59 Uhr

Tief

„Daisy“ bringt Autobahnverkehr zum Erliegen

Blockierte Straßen, zugeschneite Schienen, Orkanböen: Tief „Daisy“ hat am Samstag über Deutschland eine Schneedecke ausgebreitet. Auf vielen Autobahnen kam der Verkehr am Vormittag zum Erliegen. Bundes- und Landstraßen waren unpassierbar, Flüge wurden abgesagt. Auch im europäischen Ausland kam es zu erheblichen Behinderungen.

Ein Räumfahrzeug streut am Samstag Salz auf der BAB 5 in der Höhe von Neuenburg (Baden-Württemberg). ap

Ein Räumfahrzeug streut am Samstag Salz auf der BAB 5 in der Höhe von Neuenburg (Baden-Württemberg).

HB HAMBURG. Am Morgen meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach Schneehöhen zwischen fünf und 30 Zentimetern. "Eine geschlossene Schneedecke in ganz Deutschland - das ist sehr selten", sagte DWD-Meteorologe Bernd Zeuschner. Bis zum Sonntag soll es weiter schneien. Das befürchtete Verkehrschaos blieb zunächst aber aus.

Später als erwartet begann es in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen stark zu schneien. Auf vielen Autobahnen kam der Verkehr am Vormittag zum Erliegen. Bundes- und Landstraßen waren unpassierbar. Flüge wurden abgesagt. Züge konnten nur mit Mühe das Schienennetz passieren, da Oberleitungen und Weichen von Schnee verweht waren. Starke Orkanböen fegten über die Mittelgebirge hinweg.

Der DWD hob aber am Samstag die Unwetterwarnungen für die südlichen und mittleren Teile Deutschlands auf. "Daisy" verlagere sich im Tagesverlauf vor allem in den Norden des Landes, hieß es. Bereits am Vormittag ging auf der Ostseeinsel Fehmarn gar nichts mehr: Die Lage sei katastrophal, sagte der Bürgermeister von Fehmarn, Otto-Uwe Schmiedt. Wegen des starken Sturmes wurde der Betrieb der Seilbahnen in den Harzer Skiorten Braunlage und Hahnenklee eingestellt. Dort wurde bis zu Windstärke zehn gemessen.

Gätte und Schneeverwehungen

Vor allem auf den Autobahnen machten Glätte und Schneeverwehungen größere Probleme: Auf der A5 bei Friedberg in Hessen kam der Verkehr teilweise zum Erliegen. An Steigungen stellten sich Lastwagen und Autos quer. Auf der A9 bei Eisenberg war ein Laster umgekippt, im weiteren Verlauf blockierten liegengebliebene Wagen die Fahrbahnen.

Für 300 bis 400 Lastwagenfahrer an der deutsch- französischen Grenze im baden-württembergischen Neuenburg normalisierte sich die Lage am Samstag indes: Die französischen Behörden ließen die auf der Autobahn fünf gestauten Lastzüge wieder über die Grenze fahren. Seit Freitagabend hatten die Fahrer bei Minus-Temperaturen ausgeharrt. Helfer versorgten sie mit Decken und Tee.

Seit Freitagabend wurden auf Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main 150 Flüge gestrichen. Auch anderswo fielen Flüge aus. Grund seien starker Schnee, Wind und schlechte Sicht gewesen. Vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hatten Fern- und Nahverkehrszüge am Samstag Probleme.

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