Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.09.2013

09:25 Uhr

Tierhaltung

Tödliche Tigerattacke entfacht Debatte

Ein Tiger tötet im Zoo von Münster einen Pfleger mit einem Biss in den Nacken. Der Vorfall erinnert an eine Tiger-Attacke im Kölner Zoo. Schon damals war eine Debatte über die Haltung von Großkatzen im Zoo entbrannt.

Tiger Rasputin blickt im Allwetterzoo in Münster durch die Gitterstäbe seines Geheges. Der Tiger hatte zuvor einen Pfleger in seinem Gehege getötet. dpa

Tiger Rasputin blickt im Allwetterzoo in Münster durch die Gitterstäbe seines Geheges. Der Tiger hatte zuvor einen Pfleger in seinem Gehege getötet.

MünsterDie tödliche Tigerattacke im Zoo von Münster hat eine neue Debatte über die Haltung von Raubtieren entfacht. Der Dompteur Christian Walliser, der vor Jahren einen Tigerangriff überlebt hatte, verteidigte am Freitag die Arbeit der Tierparks. Einige Tigerarten lebten nur noch Zoos und nicht mehr in freier Wildbahn, die Zoos trügen so auch zur Arterhaltung bei, sagte Walliser im Radiosender WDR 2. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hatte nach dem Unglück von Münster kritisiert, Tiger seien „höchst anspruchsvoll in der Haltung und potenziell extrem gefährlich“.

Den Tiger, der am Donnerstag im Allwetterzoo Münster einen Pfleger mit einem Biss in den Nacken getötet hatte, treffe keine Schuld. „Ein gewisses Risiko bleibt immer, weil man darf nie vergessen: Es ist ein Wildtier, es ist ein Raubtier, und die haben natürliche Instinkte und Reflexe, die man auch nicht abtrainieren kann“, sagte Walliser. Der Tiger sei es nicht gewohnt gewesen, dass ein Mensch in seinem Gehege war. „Das war das Revier des Tigers.“

Handelsblatt: Tiger tötet Pfleger in Zoo mit Biss in den Nacken

Handelsblatt

Tiger tötet Pfleger in Zoo mit Biss in den Nacken

Mit einem Biss ins Genick hat ein Tiger im Zoo von Münster seinen Tierpfleger getötet. Der Pfleger habe offenbar beim Füttern der Tiere vergessen, eine Luke des Käfigs zu schließen, sagte Zoodirektor Jörg Adler.

Der Pfleger hatte nach bisherigen Erkenntnissen beim Füttern vergessen, eine Luke des Käfigs zu schließen. Der Amurtiger Rasputin konnte durch die offene Luke zurück ins Gehege gelangen. Das Unglück von Münster ähnelt einem tödlichen Zwischenfall im Kölner Zoo. Dort war im August vergangenen Jahres eine Tierpflegerin von einem Sibirischen Tiger angefallen und getötet worden. Schon damals hatte es eine Debatte über die Haltung von Großkatzen im Zoo gegeben.

Walliser war am 8. Dezember 2009 vor den Augen seiner Zuschauer bei einer Dinner-Show in Hamburg gestolpert und von drei Tigern angefallen worden. Er kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik, wurde in ein künstliches Koma versetzt und notoperiert.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

RumpelstilzchenA

20.09.2013, 09:59 Uhr

Was kann der Tiger für die Unzulänglichkeiten der Tierhalter oder -Pfleger????

Account gelöscht!

20.09.2013, 10:11 Uhr

Es ist interessant, wie wir Menschen auf verschiedene Todesgefahren reagieren. Wenn ein Tiger oder ein Hai einen Menschen tötet, sind wir emotional ganz anders berührt als wenn ein Mensch im Straßenverkehr getötet wird. Das ist nicht rational. Auch ich habe sofort den Tiger-Artikel gelesen. Es ist ja auch gut, wenn wir nicht immer rational sind. Wir sollten uns allerdings darüber bewusst sein! Wenn wieder jemand über gefährliche Lebensmittel oder so etwas redet, sollten wir uns z.B. auch quantitativ informieren, ob die Gefahr wirklich so groß ist, oder ob es hier mehr um eine attraktive (weil angstmachende) Story geht.

Numismatiker

20.09.2013, 10:21 Uhr

Zoos sind oft die letzten Schutzräume für Großkatzen. Wenn wir diese Tierarten erhalten wollen, dann MÜSSEN sie in Zoos gehalten werden. Es gibt sicher organisatorische/technische Maßnahmen, die solche Unglücke vermeiden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×