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26.07.2013

20:19 Uhr

Tipps für die Pfingst-Hitze

So bleiben Sie auch bei 37 Grad cool!

VonDésirée Linde

Kokossaft, Männerdutt, Kühlwesten: Deutschland sucht nach ausgefallenen Wegen, um das bislang heißeste Wochenende des Jahres zu überstehen. Im Süden und am Rhein steuern die Temperaturen auf die 40-Grad-Marke zu.

Sonnenschirm, Sonnencreme und Abkühlung: Das braucht hochsommerlichen Hitze am Pfingstwochenende. dpa

Sonnenschirm, Sonnencreme und Abkühlung: Das braucht hochsommerlichen Hitze am Pfingstwochenende.

DüsseldorfÜber Pfingsten gerät Deutschland so mächtig ins Schwitzen wie lange nicht mehr. Dann klettern die Temperaturen nach Erwartung der Meteorologen Richtung 40 Grad. Im Süden und entlang des Rheins sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für den Pfingstmontag die höchsten Temperaturen voraus: 37 Grad. Die gefühlten Temperaturen steigen nach Modellrechnungen sogar bis auf 40 Grad. Deshalb werde der DWD zum ersten Mal in diesem Jahr sein Hitzewarnsystem aktivieren.

Für das erste richtige Sommerwochenende ist heiße Luft aus der Sahara verantwortlich. Gleichzeitig brennt die Sonne vom wolkenlosen Himmel, so dass auch die UV-Belastung und damit die Sonnenbrandgefahr steigt. Für Sonntag sagte der DWD eine sehr hohe Belastung für den Süden und hohe Belastung für den größten restlichen Teil Deutschlands voraus.

Saharastaub, der mit der Südströmung Deutschland erreicht, könnte ein bisschen Entlastung bringen: „Vielleicht erreicht uns genügend Staub, so dass die Sonneneinstrahlung etwas getrübt und es nicht all zu heiß wird“, sagte DWD-Meteorologin Anna Wieczorek.

So gefährlich kann Hitze sein

Hitzekollaps

Ursache ist ein zu großer Flüssigkeits- und Mineralstoff-Verlust. Bei körperlicher Anstrengung nimmt der Flüssigkeitsverlust weiter zu. Die Körpertemperatur steigt, die Gefäße erweitern sich, und das Blut versackt in den Beinen. Dies kann zum Blutdruckabfall mit Bewusstseinsverlust führen. Akut hilft die „Schocklage“ mit erhöhten Beinen, danach muss der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden.

Hitzeschlag

Der Hitzschlag ist ein Wärmestau, bei dem die Körpertemperatur auf über 40 Grad ansteigt. Warnzeichen dafür sind Benommenheit, Schwäche, Schwindel und Übelkeit. Einengende Kleidung sollte geöffnet und der überhitzte Körper mit feuchten Tüchern langsam abgekühlt werden. Keine eiskalten Duschen! Im Extremfall kann es zur Bewusstlosigkeit oder zu Krämpfen kommen - ein lebensbedrohlicher Notfall, bei dem der Rettungsdienst verständigt werden muss.

Sonnenstich

Der Sonnenstich betrifft besonders Kleinkinder und Menschen mit lichtem Haar. Bei direkter Sonneneinstrahlung auf den Kopf erwärmt sich das Gehirn und schwillt an. Betroffene müssen sofort in den Schatten gebracht, mit erhöhtem Kopf flach gelagert, Stirn und Nacken mit feuchtkalten Tüchern gekühlt werden. Bei Kleinkindern kann es einige Stunden später plötzlich zu Erbrechen und Fieber kommen. Hier muss der Rettungsdienst benachrichtigt werden.

Schlafstörungen

Wenn die Hitze nicht mehr aus dem Schlafzimmer weicht, sind Schlafstörungen vorprogrammiert. Denn unser Körper sollte nachts eigentlich auf eine etwas niedrigere Temperatur heruntergefahren werden. Klappt das nicht mehr, wird der Schlaf unruhig – man wacht immer wieder auf und selbst die Schlafphasen bringen kaum Erholung. Abhilfe kann eine kühle - nicht zu kalte – Dusche vor dem Zubettgehen bringen. Die Feuchtigkeit nicht ganz abtrocknen, sondern verdunsten lassen, das bringt dem Körper Abkühlung.

Dehydrierung

Wer bei großer Hitze zu wenig trinkt, riskiert die Austrocknung. Insbesondere für Kinder und ältere Menschen kann es lebensbedrohlich werden, wenn der durchs Schwitzen verursachte Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen wird. Denn mit dem Schweiß gehen dem Körper neben der Flüssigkeit auch lebenswichtige Salze und Mineralien verloren.

In der Statistik seit 1961 war Pfingsten 1979 mit 33,9 Grad bisher am heißesten, dicht gefolgt von den Jahren 2000 (33,8) und 2003 (33,5). Für die ersten zehn Juni-Tage steht der Rekord bei 35,5 Grad, gemessen am 3.6.1947 in Frankfurt.

An den deutschen Hitzerekord kommt das Pfingstwochenende aber wohl nicht ganz heran: Im August 2003 maß der Wetterdienst Meteomedia im saarländischen Perl-Nennig 40,3 Grad. Der DWD gibt als Höchstwert seit Beginn der Aufzeichnungen 40,2 Grad an – gemessen im Juli 1983 in Gärmersdorf (Oberfpalz) sowie ebenfalls im August 2003 in Karlsruhe und Freiburg. Neben der Freude über den Sommer machen vielen die innerhalb kürzester Zeit massiv angestiegenen Temperaturen und Schwüle auch zu schaffen.

Deutschland sucht nach originellen und zum Teil nicht ganz ernst gemeinten Wegen aus der Hitzefalle. Dabei hilft der Blick auf Regionen, in denen die deutsche Ausnahmesituation die Regel ist. Von den Tropen lernen, heißt zu erst einmal: entspannen.

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