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18.07.2014

13:05 Uhr

Tod mit 86 Jahren

ZERO-Künstler Otto Piene ist gestorben

Feuer, Luft und der Himmel – die flüchtige Kunst von Otto Piene kannte keine Grenzen. Nur einen Tag nach der Ausstellungseröffnung in der Berliner Neuen Nationalgalerie ist der ZERO-Künstler gestorben.

Zusammen mit Heinz Mack gründete Piene 1957 die Künstlergruppe Zero, der sich später auch Günther Uecker anschloss. dpa

Zusammen mit Heinz Mack gründete Piene 1957 die Künstlergruppe Zero, der sich später auch Günther Uecker anschloss.

Düsseldorf Otto Piene fackelte Leinwände ab und ließ Blumen aus Feuer entstehen. Sein Pinsel waren Flammen. Er choreographierte „Lichtballette“ und schoss Helium-gefüllte Skulpturen in den Himmel. Am Donnerstag starb der weltweit bekannte Mitbegründer der Nachkriegskunstbewegung ZERO, im Alter von 86 Jahren in Berlin.

Dort hatte er erst einen Tag zuvor eine große Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie mit seinen Werken eröffnet. Und Piene hatte eigentlich auch noch viel vor. Er wollte am Samstag seine berühmten Himmelsskulpturen vom Dach der Nationalgalerie aufsteigen lassen. Mitten in den Vorbereitungen starb Piene. Er sei „so glücklich und zufrieden“ gewesen, sagten die, die ihn in den letzten Tagen begleitet hatten.

In den großen Museen weltweit hängen heute Pienes Feuerblumen, doch eigentlich passt seine Kunst nicht in geschlossene Räume. Denn sie ist flüchtig, für den Augenblick gemacht. Sein Vorbild, so sagte er einmal, sei der Himmel - „der verändert sich auch ständig“. Kunst außerhalb der Museen war Piene immer wichtiger als die Enge von Galerien.

Piene, der im Alter einen markanten grau-weißen Rauschebart trug, war nicht nur ein Künstler, der mit dem Feuer spielte, sondern auch ein Philosoph. Geboren wurde er am 28. April 1928 in Bad Laasphe, und er wuchs in der ostwestfälischen Kleinstadt Lübbecke auf. Piene wurde geprägt durch die Dunkelheit des Zweiten Weltkriegs, den er als jugendlicher Flakhelfer erlebte. „Daraus wurde dieser enorme Impuls, etwas daraus zu machen“, sagte er.

Zusammen mit Heinz Mack gründete Piene 1957 die Künstlergruppe ZERO, der sich später auch Günther Uecker anschloss. Die Gruppe forderte nach dem Krieg einen radikalen künstlerischen Neuanfang. Statt mit Farbe und Pinsel experimentierten die ZERO-Künstler mit neuen Materialien und mit den elementaren Kräften der Natur: Licht, Bewegung, Wind, Feuer, Luft, Energie.

Bis 1964 arbeitete Piene als Dozent an der Modeschule Düsseldorf, dann zog es ihn nach Amerika. „Der amerikanische Traum war wie Magie“, sagte er in einem Interview. An der Hochschule für technologische Forschung und Lehre, dem Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) in Boston, übernahm Piene 1974 das Center for Advanced Visual Studies (CAVS).

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